Phantastik-Couch-Forum
| JulO | AW: Die Werwölfe (ab 27.11.2009) | 04.01.2010, 15:42 Uhr |
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Tja, da haben Asta und ich zeitgleich an unseren Beiträgen geschrieben und wieder ist mir die Zusammenfassung eine unglaubliche Hilfe. Die beschriebenen Kapitel haben ganz schön angezogen und die vorherigen eindeutig aus der Depression geholt. Jetzt gehts´s weiter, man erfährt, wer die tatsächlichen Hauptakteure und Hintermänner sind. Niccolo ist trotz der vergangenen Jahre und seiner dazu gewonnenen Erfahrung irgendwie immer noch naiv, jedenfalls war dies seine Entscheidung, in die belagerte Stadt zu Ali Pascha zu gehen. Ludovico hat mein Mitgefühl, für seine Frau den aus seiner Sicht wohl glücklicher Weise verschollenen Rivalen zu suchen, ist wahrlich aufopfernd. Hristo ist mir gleich sympathisch. Nur die Lage scheint so aussichtslos. Was mir gar nicht einleutet, ist Gioanas Selbstbild. Fühlt sie sich nun verdammt? Wo liegen nun ihre Loyalitäten? Ist das nur Selbstbetrug? Weder aus Ludovicos Entscheidung, sie zu einer Vampirin zu machen, noch aus ihr werde ich besonders schlau. Und diese ominöse Schattengestalt, die ja irgendwie älter, böser, wissender und mächtiger als alle anderen zu sein scheint, bleibt auch noch völlig im Dunkeln. Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe. Keilschrifttext aus Ur um 2000 v. Chr. |
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| Beorn | AW: Die Werwölfe (ab 27.11.2009) | 05.01.2010, 01:27 Uhr |
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@asta Ja, ja, ich gebe es zu, Esmeralda ist kein Lückenbüßer. Sie scheint mir tatsächlich zu einer gleichberechtigten Gefährtin für Niccolo geworden zu sein, daher fange ich mit ihr an. Esmeralda Esmeraldas Entwicklung ist tatsächlich erstaunlich. Sie verfügt über außergewöhnliche Nahkampferfahrungen und magische Fähigkeiten. Was ist sie jetzt genau? Vampir und Werwolf anscheinend nicht. Sie scheint eine Art Hexe zu sein, aber ich gebe lieber alle Spekulationen auf, da ich bisher nicht allzu zielsicher war. Ihre Magie wikt nach Aussage des Vampirs jedoch etwas schwach und entspringt micht der Dunkelheit. Den Messerstich fand ich klasse! Niccolo Sein Weg zum Werwolf und zur Selbsterkenntnis vervollständigt sich im letzten Leseabschnitt. Aus welchem Grund auch immer verwandelt er sich nur, wenn er kurz vorm Tod steht. Trotzdem macht Christo deutlich, dass er zu den Gen-Werwölfen gehört, wie seine Gefährtin, und wahrscheinlich über ungeahnte Fähigkeiten verfügt. Die fehlende Möglichkeit sich zu verwandeln, macht Niccolo absolut hilflos in der Gefangenschaft bei Ali Pascha, die Silbermine ist für ihn gar nicht notwendig. Letztendlich wird er jedoch zu einem Leidensgenossen von Christo und später Ludovico. Die Leugnung seines Wesens verschont ihn zeitweise vor Folterungen, aber sein Schicksal bleibt die Gefangenschaft. Wie ihn der untote Ali Pascha jetzt zum Tod befördern will, ist mir schleierhaft, beziehungsweise birgt jetzt die Spannung für das Ende. Die Freundschaft zu Ludovico überzeugt mich gar nicht, aber wahrscheinlich liege ich auch da daneben. Ludovico Im traue ich weiterhin nicht, wenn es nach mir ginge, wäre er die ominöse Person im Hintergrund! Und diese ominöse Schattengestalt, die ja irgendwie älter, böser, wissender und mächtiger als alle anderen zu sein scheint, bleibt auch noch völlig im Dunkeln. Zu schnell geht er auf die Bitte Valentines ein, seinen Konkurrenten zu suchen. Warum sollte er das überhaupt tun? Ich würde die Frau in die Wüste schicken. Nach außen hin mag er der vollendete Gentleman sein, im Innersten wirkt er immer noch wie ein Monster der Dunkelheit. Die Auseinandersetzung mit Gioana könnte auch abgesprochen sein, beziehungsweise Gioana blickt nicht hinter alle Geschehen. Sie besitzt zwar die ersehnte Macht und freut sich über die Ernennung des Kardinals zum Papst, aber sie bleibt Instrument zur Unterwanderung der Inquisition. Also ich traue Ludovico immer noch nicht und liege damit wahrscheinlich wieder daneben. Historische Charaktere Den Abgang der historischen Personen finde ich doch etwas unauffällig/enttäuschend. Shelleys und Keats Ableben wird lediglich berichtet. Auf Polidori, wird auch nicht groß eingegangen. Madame de Stael spielt keine Rolle mehr und Ali Pascha wird einfach zum Vampir. |
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| asta | AW: Die Werwölfe (ab 27.11.2009) | 11.01.2010, 15:38 Uhr |
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Hi, an alle aus der Leserunde.... ich wollte nur kurz einmal anmerken, dass ich für diejenigen, die das Buch schon durch haben und vielleicht für den Endkommentar eine Zusammenfassung (meinerseits) als hilfreich empfinden - so als Gedächnisstütze - Also, wer es bis dahin noch nicht fertig gelesen hat, der sollte meine Zusammenfassung besser nicht lesen ! LG asta Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes) |
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| asta | AW: Die Werwölfe (ab 27.11.2009) | 12.01.2010, 16:00 Uhr |
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GONG! Die letzte Runde: Seite 428 – 495 Ich sitze nun inzwischen an einem beinah zerfledderten und durch und durch textmarkierten Buch und bin fast ein wenig traurig. Es ist schon vorbei Wie schon angekündigt folgt nun die Zusammenfassung vom letzten Leseabschnitt. Wer es noch nicht bis zum Ende gelesen hat, sollte jetzt nicht weiter lesen. Dies ist nur eine Hilfestellung für diejenigen, die es schon durch haben, damit sie vielleicht leichter ihre Schlussbemerkung schreiben können. Meine Abschlussgedanken folgen erst am Freitag. Kap. 49 Loch an Loch oder Grube an Grube hockten nun Hristo und Nico im Stockdunkeln. Sie können sich zwar nicht sehen, aber leise miteinander unterhalten. Endlich erhält Niccolo einige Informationen auf seine quälenden Fragen. Hristo beschreibt Niccolo wie es ist frei als Wolf durch die Wälder zu streifen. Hristo hat trotz seiner langen Gefangenschaft nicht seinen Humor und seine Hoffnung verloren. Er weiß, dass seine Gefährtin draußen auf ihn wartet. Sie ist sein Licht in all der Dunkelheit. Bei dieser Äußerung fällt Niccolo auf, dass Ludovico ähnlich über Valentine geredet hat und dass er – was Valentine angeht, ebenso empfindet. Anders als Hristo will Niccolo aber nicht abwarten und versucht jeden Tag ein Stück höher an der steilen, schroffen Felswand hinauf zu klettern. Trotz vieler Fehlschläge bleibt er unermüdlich und das wird belohnt. Eines Tages hat er sich tatsächlich schweißgebadet aus dem Loch gestemmt und Hristo leise zu geflüstert, dass der sich bereithalten sollte. Tief geduckt wartet er auf die beiden Soldaten, die ihnen täglich die Essenskörbe runterließen, um einen von ihnen ins Loch zu Hristo zu stoßen und den anderen voller Zorn niederzuschlagen. – Ähem, und da lässt er doch tatsächlich all seine Wut an ihm aus. Sein zuvor so nobler Gedanke ohne blutige Rache von dannen zu ziehen, löst sich ziemlich blutig in Luft auf. Niccolo und Hristo gelingt die Flucht aus der Grube, aber Nico will nicht ohne Ludovico fliehen, da der schließlich nur wegen ihm in der Falle saß. Nicht gerade erfreut, hilft ihn Hristo. Als sie einen der Wachleute Ludovicos niederschlagen murmelt der nur gierig im Delirium: „Blut“. Hristo rettet die prekäre Situation in dem er befindet: „Er ist ohnehin beinahe tot.“ Also offerieren sie Ludovico den Hals inkl. Schlagader des Wachmannes. – Seufz, was für heldenhafte Männer! Gestärkt versucht sich Ludovico von seinen schwarzen, magischen Ketten zu befreien. Da dies nur mit Licht geschehen kann, nehmen sie kurzer Hand die Fackel. Nicht ganz schmerzfrei kann sich der tapfere Ludovico selbst von ihnen lösen. Bevor er sich noch mehr Brandwunden zuführt, stellt Hristo mit schadenfrohem Grinsen fest, dass er die Fackel auch direkt an die Kette halten könnte, statt sich damit die Gelenke zu versengen. – Recht hat er, das hatte ich mich auch gefragt! Von den Ketten befreit kommt dann auch Ludovico ein rettender Gedanke. Das Silber hielt Niccolo und Hristo davon ab sich zu verwandeln, aber die Schatten die Ludovico kontrollieren konnte, könnten (so habe ich das zumindest verstanden) eine Art Schild bilden, innerhalb dem das Silber keine Wirkung hat. Diesmal nimmt Niccolo das Messer selbst in die Hand, um sich die nötige Wunde zuzuführen, die ihn in einen Wolfsmenschen verwandeln würde. Außerhalb der Mine ergreift nun Hristos Gefährtin ihre Chance. Sie deutet den Aufruhr als Gelegenheit endlich ihren Geliebten zu befreien und greift die Wachleute von außen an. „...Hristo war nun ein Wolf, mit braun-rotem, zotteligen Fell, der geduckt und schnell die Soldaten ansprang und sie zu Boden riss. Doch es war Niccolo, dessen monströse Gestalt den Stollen ausfüllte. Und dank der Schatten, die beide einhüllten und vor dem Silber der Mine schützten, waren sie noch furchteinflößender. ...“ Ludovico erwies den von ihnen verletzten Soldaten dann den letzten Dienst und labte sich an deren Blut. „... Hristo schien noch Herr seiner Taten zu sein, aber in Niccolo loderte eine animalische Wut, und Ludovico spürte, dass es nicht der junge Italiener war, der dort Verwüstung unter seinen Feinden säte, sondern etwas anderes. ...“ Ludovico selbst greift Uthman Bey an um ihm sein Blut zu nehmen, als das Schicksal erneut eine unvorhergesehene Wendung nimmt. Ein bärtiger Mann entzieht ihnen die schützenden Schatten. Hristo verwandelt sich wieder in einen hilflosen nackten Mann und nur Niccolo schafft es noch mit letzter Kraft den Mann, der niemand anderes als Ali Pascha ist, anzuspringen. Doch genau in dem Moment verwandelt er sich auch. Wird ebenso hilflos wie Hristo. Aber sein letzter Hieb hatte gesessen, Ali Paschas Leib war in zwei Teile gerissen, seine Brust eine einzige blutige Wunde (wie das technisch angehen konnte, ist mir nicht ganz klar, aber vielleicht fehlt mir für diese Art Gemetzel das Vorstellungsvermögen Ludovico übernimmt es wieder ihm den Rest zu geben, da Ali Pascha immer noch grinsen kann, und trennt ihm mit einem sauberen Schnitt den Kopf ab. Während Niccolo verwundert feststellt, dass er sich dieses Mal an etwas mehr erinnern kann, als bei den ersten Malen seiner Verwandlung, vernehmen die drei eine laute Explosion. Hristo lächelt versonnen, ahnt er doch, dass seine Gefährtin vor der Festung nicht untätig war. Auf dem Weg nach draußen reichen sie den anderen Gefangenen Leitern, um sich selbst zu befreien. Vor der Mine werden sie von einer Gestalt die nur grob menschenähnlich war, mit hellem Fell erwartet. Die Gefährtin Hristos knurrt, als sie Ludovico erblickt, aber Hristo erklärt, er wäre ein Freund. Er hätte ihn gerettet. Gemeinsam verlassen sie die Festung und das Gefühl, so frei zu sein, war unbeschreiblich - für alle Flüchtlinge. Kap. 50 Pindos-Gebirge, 1824 Endlich frei, übersetzt Hristo für Niccolo, was seine Gefährtin Katya in ihm sehen kann. Er hat den Wolf im Blut. Seit seiner Geburt. Kein Ritual war nötig, um ihn dazu zu machen. Sie erklärt ihm, dass es Wolfsblut in Italien gab. Die Wolfsmenschen kamen vor langer Zeit mit den Reitern des Ostens. Früher wurden sie sogar verehrt, lebten aber verborgen, als die Christen kamen. Niccolo kann es nicht glauben, denn das würde bedeuten, dass seine Eltern und seine Schwester den Wolf ebenso im Blut hätten wie er. Katya klärt ihn darüber auf, dass das Blut merkwürdige Wege geht und sich nicht immer gleich offenbart. Ludovico kann es sich nicht verkneifen und warf daraufhin ein: „Wie nett, ... Eine ganze Familie von kleinen Wölfen.“ Während des klärenden Gespräches wird deutlich, wie sehr Katya Ludovico verabscheut. Rein instinktiv! Sie ist ihm zwar Dankbar, aber sie misstraut ihm und seiner Art. Hristo bietet Niccolo an sie beide zu begleiten und mit ihnen zu lernen und zu leben, aber, obwohl er nur zu gern darauf eingehen würde, um Antworten auf seine letzten Fragen zu erlangen, besinnt er sich seiner Pflichten. Zuerst musste er sich um Marcella kümmern und um seine Freunde, dann würde er gern darauf zurückkommen. Hristo verabschiedet ihn mit den Worten, dass Katya ihn lehren könnte mit seinem Erbe zurechtzukommen. Ihn ganz machen könnte. Dass er immer willkommen wäre. Und Niccolo hat einen Moment das Gefühl, zu Hause zu sein. Paris, 1824 Valentine hatte inzwischen all ihre Kontakte spielen lassen, um Niccolo und nun auch ihren Mann Ludovico aufzuspüren. Aber sie stößt auf Granit. Die politischen Verbindungen gen Osten geben offensichtlich nichts her. Es plagt sie das schlechte Gewissen, dass sie nun auch noch ihren Gatten auf der Suche nach Niccolo verloren hat. Sie lobt sogar sein tollkühnes Wesen und ein gewisses Maß an Stolz spricht aus ihr heraus. Kloster Nahe Klambaka, 1824 Interessanterweise versorgt ausgerechnet ein christliches Kloster die abgerissenen Fremden mit den notwendigsten Dingen. Kleidung, Nahrung, ein Bad und ein Bett und sie fühlen sich wieder „menschlicher“. Doch Niccolo hat fast ein schlechtes Gewissen, ahnt er doch, dass die Mönche sie nicht so freundlich aufgenommen hätten, würden sie ihre wahre Natur kennen. Ludovicos Nähe strapaziert nicht nur Niccolos Nerven. Seine Instinkte sind durchgehend in Alarmbereitschaft versetzt, kaum ist der Vampir in der Nähe. Ludovico weiß, dass Katya ihm am liebsten einen Kopf kürzer machen würde, nur seine Hilfe bei der Befreiung ihres Geliebten, hält sie davon ab. Ludovico will so schnell wie möglich zu Valentine, seiner Gemahlin zurück und es ist ihm unangenehm, dies Niccolo so mitzuteilen. Ein freundschaftliches Band scheint zwischen ihnen gewachsen zu sein. Das merkt man auch dadurch, dass Ludovico plötzlich kein schlechtes Wort mehr über die angeblichen „Machenschaften“ Niccolos Vaters äußern will. Er tut das, was er ihn in der Mine einst angedeutet hat, ab, als bloßes Gerede. Niccolos Vater sei stets ein untadeliger Mann gewesen. ( Die vorläufige Verabschiedung der beiden, da Niccolo zuerst noch Byron warnen will, verläuft sehr freundschaftlich. Kap. 51 Clichy, 1824 Valentine kehrt unverrichteter Dinge wieder in ihr Haus zurück und überlegt, ob sie sich nun mit Marcella allein auf den Weg machen sollte, um Ludovico und Niccolo zu suchen und zu befreien. Doch in ihrem Poststapel wartet inzwischen eine Nachricht von Ludovico. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten knapp formuliert. Sie kann dem Brief aber entnehmen, dass Ihr Gemahl wie auch Niccolo noch am Leben sind, und dass sie selbst unverzüglich nach Arezzo zum Sitz der Vivianis fahren soll, um dort auf deren Ankunft zu warten. Daraufhin lässt sie ihre Koffer gar nicht erst auspacken und trägt dem Kutscher auf, dass sie nun in die Toskana zu reisen wünscht. (Dieses Kap. hat mich dann ein wenig verwirrt: wie?, reisen Ludovico und Niccolo nun doch zusammen und Niccolo fährt nicht zu Byron? Sie hatten sich doch gerade erst verabschiedet. Messolongi, 1824 Nico fragt sich in Griechenland angekommen bis zum Haus Byrons durch, der hatte sich da im Namen der Freiheit einen guten Ruf erworben. Hocherfreut wird ihm der Weg gewiesen. Byrons Domizil wird von Fletcher geöffnet, dem treuen Diener Byrons. Der verdutzte Mann erkennt Niccolo rasch wieder, seine geröteten Augen bereiten uns auf schlechte Nachrichten vor. Byron ist krank, wie Keats leidet er unter einer Krankheit der Lungen und es steht schlecht um ihn. Er bittet Fletcher ihn trotzdem zu ihm zu bringen und steht kurz darauf dem englischen Lord gegenüber, der um viele Jahre gealtert wirkte. Fiebernd liegt er im Bett und kann vor Schwäche kaum noch seinen Kopf heben. Trotzdem erkennt er Niccolo sofort. Niccolo riecht die Ausdünstungen von Krankheit und Tod und noch etwas anderes: scharf und bitter. Gift, wie sich wenig später herausstellt. Er wollte Byron warnen, vor der Verschwörung, die sie alle töten sollte, aber er kam zu spät. Byron hat mit seinem Leben längst abgeschlossen, bis auf eine Sache, die ihm schwer am Herzen liegt. Er hatte Niccolo damals in Cologny bewusst einen falschen Rat gegeben, da er selbst nicht mehr an die Liebe glaubte, weil er schwer enttäuscht worden war, hatte er Niccolo den Rat erteilt, ohne Valentine zu fliehen. Das scheint ihn immer noch schwer zu belasten. Niccolo fehlen die Worte, aber als er sieht wie sehr sich Byron quält, vergibt er ihm. Byron entgegnet fast barsch, dass er ihn nicht darum gebeten hätte. Aber Niccolo tut es dennoch und küsst ihn ein letztes Mal auf die fiebernasse Stirn. Niccolo verlässt seinen ehemaligen Mentor als dieser noch vor sich hinmurmelt: es ist nicht so schwer, zu sterben. (HEUL!) Als Niccolo noch blind vor Tränen durch die Strassen wandert, macht die Nachricht des verstorbenen Lord Byrons die Runde. „...Mit Byrons Tod starb auch ein Teil von ihm...“ Als Niccolo in einer kleinen Kaschemme am Hafen ein Quartier findet, dass er bezahlen konnte, da er ja ohne Mittel aus der Gefangenschaft entronnen war, steht plötzlich Ludovico im Türrahmen. Als dieser erfährt, dass Byron verstorben war, spricht er sein „Mitgefühl“ aus. Er kannte ihn zwar nicht, aber Byron war in seinen Augen offenkundig ein Mann der andere inspirieren konnte. Und das machte ihn in seinen Augen interessant! Aber Ludovico bringt weitere schlechte Nachrichten. Valentine hatte ihm geschrieben, dass sie seine Nachricht erhalten hätte und sich über ihre sichere Rückkehr freut. Als er klarstellt, dass er ihr gar keine Nachricht geschickt hatte, wird deutlich, dass es sich um eine Falle handeln muss, die sie alle in Arezzo, in Niccolos Elternhaus erwartet. Nun beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. War es möglich noch vor Valentine oder Gioanas Schergen in Arezzo einzutreffen, war es möglich sie alle noch zu retten? Kap. 52 Valentine erreicht das Anwesen der Familie Viviani und hängt in Gedanken an der Zeit, als sie mit Niccolo hier abgereist war und er seine Grand Tour antrat. Diese Reise, die beide zuerst einander so nahe brachte, und sie dann für immer entzweite. Sie wird von Marcella und einer Zigeunerin empfangen, die natürlich niemand anderes als Esmeralda ist. Valentine ist verwirrt, dass Ludovico und Niccolo noch nicht angekommen sind. Auch Esmeralda verwirrt sie, weiß sie doch nicht wie die junge Frau zu Niccolo steht. Esmeraldas vertrauliche Anrede – sie nennt ihn nur Niccolo – und Marcellas gewisse Abneigung ihr gegenüber, lässt sie misstrauisch oder leicht eifersüchtig reagieren. Strasse von Otranto, 1824 Niccolo und Ludovico segeln auf einem Fischerboot gen Italien. „Die erzwungene Ruhe und die Tatenlosigkeit, während sie auf ihre Ankunft in Italien warteten, zerrte an seinen (Niccolos) Nerven, und er sah Ludovico an, dass es ihm ähnlich erging.“ - (Das finde ich ist ein sehr stimmiges Bild für diese Überfahrt, denn obwohl sie sich bewegen, stehen sie still, können nichts machen außer abwarten! Nahe Arezzo, 1824 An Land angekommen prescht Niccolo auf seinem Pferd voran. Ludovico hatte jedoch Schwierigkeiten mit seinem Tier (spürt es vielleicht sein dunkles Wesen?) und ritt dadurch einige hundert Meter hinter ihm. Carlo, der treue Leibdiener und Kutscher und Ex-Soldat lief ihm freudig entgegen. Anscheinend waren sie noch rechtzeitig gekommen. Die beiden Ankömmlinge berichten dann bis nach Mitternacht, von ihren Abenteuern und er bevorstehenden Gefahr. Valentine erfährt zum ersten Mal, dass Niccolo mehr ist als sie gedacht hatte. All diese absurden Geschichten erinnern sie eher, an die Leseabende, an denen Niccolo seine Gruselgeschichten den beiden Mädchen vorgetragen hatte. Damals, vor langer Zeit. Sie ist enttäuscht und wütend, dass Niccolo sich hat beißen lassen und wie ein Besessener versucht hatte, etwas über den Ursprung und der Bestimmung der Werwölfe zu erfahren, und nun selbst einer zu sein. Doch Marcella fiel es noch schwerer das Gehörte zu verdauen. Sie verließ kurz darauf fluchtartig die Bibliothek. Für alle steht fest, sie würden packen und morgen früh, sobald die Sonne aufgeht, das Land verlassen. Ludovico will nach Deutschland und von dort würden sie weiter sehen. Arezzo, 1824 Marcella hat Niccolo mit Verräter tituliert und wehrt sich gegen die Vorstellung, dass ihre ganze Familie Monster wären. Niccolo und Ludovico blieben allein in der Bibliothek zurück, wo sich trotz aller Aufregung, die auch nicht an Ludovico spurlos vorbeigegangen war, der Vampir über ein Buch aus Nicos Sammlung lustig machte: „Das ist herrlich. Wer immer das geschrieben hat, muss über eine blühende Fantasie verfügt haben. Knoblauch und Kreuze!“ Niccolo brummte nur. Er war im Geiste schon wieder in Albanien bei Hristo und Katya, aber diesmal will er nicht fliehen, er hatte zuvor noch etwas zu erledigen. (? Niccolo besucht Valentine auf ihrem Zimmer (ah, eine Aussprache!). Sie ist sauer, bemerkt aber dennoch, wie sehr sich Niccolo verändert hat. „...Er trug seinen schäbigen Anzug mit soviel Würde, als sei es Robe eines Königs. Und der Ausdruck seiner Augen gab ihr eine Ahnung davon, was er alles durchgemacht hatte. ...“ Nico dankt ihr, dass sie Ludovico zu ihm geschickt hat. Sie ist überrascht, dass Ludovico ihm das erzählt hat. Aber er wäre auch immer ehrlich ihr gegenüber gewesen, was sie von Niccolo nicht behaupten konnte. Zerknirscht gesteht er, dass er ihr nicht die Wahrheit gesagt, nicht in Genf und nicht in Paris. Aber nun könne er nicht mehr lügen und beichtet ihr, dass er sie liebt und immer geliebt hat. Er bittet sie darum ihm zu verzeihen und mit ihm von hier fort zu gehen. (Schöner Freund! Doch für Valentine ist es zu spät, sie hatte Ludovico versprochen, wenn es ihm gelingt Niccolo lebendig zurückzubringen, ihn nie wieder zu sehen oder wieder zu treffen. Niccolo kann es kaum glauben, so etwas könne Ludovico doch nicht von ihr verlangen. Aber Valentine gesteht, dass er es nicht verlangt hätte, sie aber nicht weniger für ihn tun möchte, nun nachdem Ludovico sein Wort gehalten hat. Trotzdem gesteht sie ihm, dass sie ihn liebt und sie besiegeln ihre Geständnisse mit einem Kuss. Nur ein Klopfen ließ sie zurückschrecken, Ludovico betrat den Raum und fordert seinen Rivalen nonchalant auf: „Ich fürchte zwar, dass ich störe, aber ich vermute, du wolltest sowieso gerade gehen, oder Niccolo?“ Kap. 53 Arezzo, 1824 Am Morgen, als sie beinahe bereit zur Abreise sind, schnappt die Falle zu. Gioana taucht hinter Valentine am oberen Ende der Treppe auf, um Gioanas Körper wanden sich die Schatten. Sie fordert Niccolo und Ludovico auf, stehen zu bleiben. Während sich unten im Eingangsbereich noch Gioanas restliche Brut sammelt. Befriedigt stellt Gioana fest, dass nun alle versammelt waren. Sie gesteht, dass es sich als äußerst schwierig erwiesen hatte, Niccolo umzubringen, aber nun bräuchte sie kein Gifte, Pülverchen oder Heimlichkeiten mehr, nun würde es auch so gehen. Ludovico bietet sein Leben für Valentines Leben an. Er nahm an, dass sie ihn in erster Linie töten wollte. Aber Gioana erklärt, dass Niccolo ebenso Anteil an ihren Besuch hat wie er. Sie will Rache nehmen, für das was die beiden ihr angetan haben und will ihnen auch danken, dafür, dass sie ihr die Augen geöffnet haben. Sie will weder Marcella noch Valentine freigeben, weil sie die beiden Männer so besser gebunden hat als mit jedem Silberstrick. Ihr nächster Satz offenbart, dass sie komplett wahnsinnig geworden ist (aber eigentlich war sie das ja schon immer!). „... Die Dunkelheit, die für so viele Äonen gefangen war, wird wiederkehren. Durch mich und meine Kinder, und wir werden ein neues Zeitalter einläuten. Auf den Ruinen der Kirche werden wir eine neue Kirche errichten, die die Schwäche der alten ausmerzt!“ Indes festigt die Angst in Valentine ein Entschluss. Ohne ein Laut riss sie sich los und sprang über das Treppengeländer. Sie blieb reglos unten liegen. Während Ludovico den nächsten Vampir brüllend anspringt, stürmt Niccolo zu Valentines Leib. Er brüllt: Nein! Und wird im nächsten Moment selbst das Opfer eines scharfen Schwertes. Neben Niccolo kämpft Ludovico (war er es etwa, der Niccolo den Stich versetzt hat? Um ihn zu verwandeln?). Gioana ist trotzdem siegessicher, sie steigt die Treppe hinab und schwelgt in ihren irren Gedanken. Sie hatte einen Papst ermordet, um ihre Pläne zu verwirklichen. Wenn alle ihre Feinde besiegt waren, würde sie die Dunkelheit in die Welt lassen und die Kirche selbst hinwegfegen. Oben kümmerten sich ihre Diener um die Schwester des Conte und um seine Gespielin. Nun gehörte ihr Ludovico ganz allein. Ohne Erbarmen und trotz heftiger Widerwehr reißt sie Ludovico einen Arm aus. Sie ruft ihm zu, er solle stillhalten, dann würde es ganz schnell gehen. Dabei übersieht sie allerdings, dass ein monströser Werwolf sich vom Boden erhob und den nächsten Angreifer dem Kopf vom Leibe riss. Niccolo, der Werwolf ringt wenig später mit Gioana, aber diese ist stärker und durch die Schatten nahezu unbesiegbar. (Wieso ist sie eigentlich stärker als Ludovico? Habe ich da etwas nicht mitbekommen?) Ludovico erkennt, dass Niccolo nicht allein gegen sie bestehen kann, aber einarmig war er kaum dazu in der Lage ihn zu unterstützen. Eine Zeitlang bleibt ihm nichts anderes übrig, als die beiden zu beobachten und zu bemerken, dass Gioana nur mit Niccolo spielt. Durch Zufall entdeckt er ein Lampenölfläschchen, das im Kampfgetümmel über den Boden rollt. Ludovico ergreift die letzte Chance die sich ihm bietet, um Niccolo zu helfen und Gioana zumindest abzulenken. Er schleudert mit nur einem Arm das Fläschchen und vor Niccolos Augen explodiert die Welt. Gioana versucht die Flammen an ihrem Leib durch herbeigerufene Schatten zu löschen, aber der Werwolf ignoriert die Brände, die sich durch sein Fell fraßen und macht ihr mit seinen Krallen den Garaus. Ludovico lächelt, als er ihre Schreie hört, obwohl sein Leib selbst eine einzige Wunde war. Als er bemerkte wie Niccolo in seiner Wolfsgestalt versuchte vergeblich die Flammen zu löschen, keuchte er nur: „Der Brunnen ... Im Hof.“ Und der Wolf sprang aus der Tür. Kap. 54 Arezzo, 1824 Niccolo taucht prustend aus dem kühlen Wasser auf. Seine Haut weist nur noch geringfügige Flächen geröteter Haut auf. Eher wie ein Sonnenbrand, nicht als ob er in flammenden Öl gebadet hatte. Sein nächster Gedanke gilt Valentine und er läuft ins Haus zurück. Ludovico liegt mit schmerzverzehrten Gesicht neben ihr, einen (seinen einzigen, zurzeit!) Arm auf ihre Brust gelegt. „Sie lebt noch“, erklärte Ludovico heiser. „Aber sie wird sterben.“ In diesem Moment teilen beide den gleichen Schmerz, sie hatten sie beide geliebt und diese Tatsache lässt sie einander verstehen und sich nahe stehen. Niccolo fleht Ludovico an etwas zu tun. Er könnte ihr die Dunkelheit geben, sie zum Vampir machen und sie könnte dann weiterleben. Ohne sich darüber klar zu werden, was sie ihr damit eigentlich antun, gibt Ludovico nach. (Beide reagieren meines Erachtens verständlicherweise so; was würden wir tun, hätten wir die Möglichkeit, jemanden, den wir so sehr lieben, das Leben zu schenken? Während Ludovico Valentine den Kuss der Dunkelheit schenkt, hastet Niccolo durch die Gemächer, um nach Marcella und Esmeralda zu suchen. Beide saßen aneinander gefesselt und geknebelt, aber unversehrt am Fußende eines Bettes. Rasch beruhigt er sie: „Es ist alles vorbei.“ Auf Marcellas Frage nach Valentine, lügt er: „Es wird alles gut.“ Esmeralda kümmerte sich um seine Schwester, als wäre es ihre eigene. Niccolo war sehr froh, da seine Gedanken nur bei Valentine weilten. Er sucht die beiden auf. Ludovico saß an ihrem Bett, hatte sie kaum aus den Augen gelassen und sich nur notdürftig gewaschen. Sein Arm fehlte immer noch, obwohl er ihn hätte heilen könnte, aber das war ihm zurzeit nicht wichtig. Valentine schlief, aber lebte. Blass und mit dem Geruch der Vampire behaftet, dämmerte sie ihrem neuen Dasein entgegen. Niccolo beichtet Esmeralda kurz darauf, dass er nicht wüsste was sie ihr angetan haben, aber sie wird leben. Wieder zeigt sich Esmeralda als eine starke Frau. Sie nickt und lächelt leicht, bevor sie sich wieder neben Marcella legt, um sie zu schützen. „Immerhin kann man nicht behaupten, dass eine Bekanntschaft mit dir langweilig wäre.“ Kurz vor Sonnenaufgang, schlägt Valentine endlich die Augen auf und erkundigt sich bei Ludovico, was geschehen wäre. Niccolo und Ludovico erklären ihr, dass sie angegriffen wurden und sie beinahe gestorben wäre bei dem Versuch, sie alle zu retten. Wenig später spürt sie ein heftiges Verlangen nach Blut und reißt entsetzt die Augen auf. Sie schreit entsetzt: „Was habt ihr getan? ... Was habt ihr getan?“ Keiner von beiden antwortete. Stara Sagora, 1824 Niccolo und Marcella haben sich ein Haus gemietet und warten auf Hristo und Katya, die sie abholen wollten. Marcella versucht sich mit ihrer neuen Rolle anzufreunden, dem Erbe der Wölfe, von dem sie noch nichts spürt. Niccolo möchte, dass sie beide eine Zeit bei den Pärchen leben, damit sie einige Erklärungen erhalten könnten. Marcella weiß, dass sie von nun an ein anderes Leben führen wird, als damals in dem Palazzo. Als Niccolo sie daran erinnert, antwortet sie: „Ja, ja, großer Bruder. Ich bin kein kleines Mädchen mehr. Ich komme schon zurecht.“ Auf die Frage ob sie Valentine je wieder sehen, schnürt sich Niccolo die Kehle zu. Valentine hatte ihn und Ludovico noch in Arezzo verlassen. Ludovico behauptete, dass sie Zeit bräuchte, um mit sich ins Reine zu kommen. „... Niccolo hoffte inständig, dass sie einen Weg finden würde, mit dem zu leben, was sie aus ihr gemacht hatten. Und dass sie ihm eines Tages verzeihen könnte. Dabei vermochte er nicht einmal zu sagen, ob er es selbst konnte. ...“ „... Er dachte an die Freiheit, die Wölfe besaßen, Menschen jedoch niemals. Die Zukunft lag nun vor ihnen, und er war fest entschlossen die Vergangenheit zurückzulassen. Und wusste zugleich, dass ihm dies nie gelingen würde. ...“ EPILOG Der Prolog wird hier noch einmal nahezu eins zu eins wiederholt. Nur das jetzt klar wird, dass Niccolo der Wolf ist, der den Jäger, der auf ihn geschossen hat, tötet. Mit dem Satz: „... Dieser Mensch würde nun keine Wölfe mehr töten. ...“ endet das Buch. ENDE Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes) |
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| asta | AW: Die Werwölfe (ab 27.11.2009) | 15.01.2010, 19:00 Uhr |
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Schlussbemerkung: Gleich vorweg muss ich erst einmal loswerden, dass ich es verdammt schade finde, dass am Ende Esmeralda einfach so verschwindet. Die Frau hat mich schon fasziniert, wäre schön gewesen zu wissen, wie sich ihre Zukunft weiterhin gestaltet. Um bei Esmeralda zu bleiben: in ihrer Person steckt noch sehr viel erklärungsbedürftiges Potential (ihre Magie, ihr Werdegang, ihr Leben), dass ich hoffe, dass es noch einen Roman gibt, der das irgendwie aufgreift. Also vorab die Frage an Christoph: Hast du noch eine Fortsetzung geplant? Über das Leben von Niccolo bei Hristo und Katya? Sind wirklich alle Feinde vernichtet? Was ist mit dem neuen Papst, dem Ex Kardinal della Genga, der Gioana doch so unterstützt hatte...? Wie macht sich Valentine als Vampirin? Wie kommt sie mit dieser Rolle klar? Was ist mit Ludovico? Schafft er es ihr Herz erneut zu gewinnen oder wendet sie sich später weder Niccolo noch ihm zu? Wie wird sich Marcella als Wolfsmensch entwickeln? Da sind also noch eine Menge Fragen und Raum genug, um eine Fortsetzung füllen zu können. Doch es gab auch ein paar kleine Wermutstropfen in der Geschichte, die mich etwas enttäuscht haben, abgesehen davon, dass ich sie ja sonst als sehr gelungen betrachte (wie ja jeder hier weiß Einer davon ist das unrühmliche Ende Byrons. Der Giftanschlag kam für mich recht unerwartet. Welchem Gift konnte er als Werwolf zum Opfer fallen? Gut, bei Keats mag die Verwandlung zu spät gekommen sein, aber Byron war schon Werwolf, als er das vermeintliche Gift erhielt. Ich weiß nicht woran es liegt, aber dieser Gifttod von Byron wirkt auf mich etwas unmotiviert. Die Charaktere, auch der von Niccolo, haben mich durchgängig überzeugt. Ich muss nicht immer hundertprozentig hinter jeder Handlung stehen, wie zum Beispiel Niccolos zum Teil naiven Streben oder Handeln, um ihn zu mögen. Er wirkt durchaus menschlich in seiner Fehlerhaftigkeit und ich mag ihn (hege fast mütterliche Gefühle für ihn Der Charakter von Ludovico hat es mir jedoch noch mehr angetan. Ich mag Typen, die ein bisschen zynisch sind, aber doch am Ende ihr Herz am rechten Fleck haben. Charaktere, die ein bisschen dunkel und geheimnisvoll sind, sich aber doch dem Licht nicht verschlossen haben. Einzig sein spontaner Entschluss Gioana seine Dunkelheit zu schenken, war ein großer Fehler, den sie alle ja auch bezahlen mussten. (Diese Handlung hat mir auch etwas zu schaffen gemacht, eine derartige Dummheit hatte ich ihm nicht zu getraut. Esmeralda und auch Marcella (die leider etwas zu kurz kommt) sind mir ebenso sympathisch. Erscheinen sie doch als äußerst starke Frauen, die wissen, was sie wollen. Esmeralda ist intelligent, ein bisschen geheimnisvoll, verwegen und auf keinen Fall ein Opfer. Die Frau hat ihr Herz am rechten Fleck, nimmt ihr Leben in die Hand und weiß was sie will. Marcella könnte, wenn sie älter wäre, ähnlich interessant werden. Eine Stelle jedoch hat mich etwas verwundert: als Niccolo mit Ludovico zum Palazzo zurückkehrt, ist eine leichte Abneigung von Marcella gegenüber Esmeralda zu spüren. Das wird nicht erklärt und wirkt für mich unstimmig, zumal sich hinterher Esmeralda um Marcella kümmert wie um ihre eigene Schwester. Das war für mich ebenso unverständlich, wie dass Esmeralda am Ende der Geschichte einfach so spur/wortlos verschwindet. Gioana war eine von Hass zerfressene Frau, die zwar stark war, aber auch grausam und herzlos ihre Ziele verfolgte. Von Anfang bis Ende, war sie mir nie sympathisch. Ihr Hass endete im Größenwahn, da sie keinerlei Erdung durch menschliche Bindungen oder Gefühle hatte. Tja, wenn man kann, lässt man solche Leute, bevor sie Schaden anrichten können, besser verschwinden. Und in einem Roman ist so etwas ja auch leicht möglich. Ali Pascha und Uthman Bey waren für mich glaubhafte Widerlinge, die ich auch gerne aus dem Weg geschafft hätte. Es hat mich irre befriedigt ihr Ende zu lesen. Katya und Hristo und die Wolfsszenen an sich sind äußerst lebendig, gefühlvoll und sensibel geschildert, so dass ich mich richtig reinsteigern konnte - mich wie ein freier Wolf fühlen konnte. Wenn ich überhaupt einen ernstzunehmenden Kritikpunkt habe (außer den Kleinigkeiten, von denen ich oben berichtete), dann der, dass die Handlung einen noch spannenderen roten Faden vertragen könnte. Ich meine es reicht auch so, aber die einzelnen Kapitel (hauptsächlich am Anfang) warfen mich immer wieder aus der Geschichte raus. Ich fieberte mit den Einzelschicksalen mit, aber es fehlte mir dann das „Handlungsfieberdach“ (ÄCHZ! Schwer zu verstehen, schlecht ausgedrückt! Ganz großes Lob an dein sprachliches, stilistisches Gefühl und an deine untergründig immer mitschwingende Menschlichkeit und an deinen Humor, der oft zwischen den Zeilen zu spüren war. Bei einigen Dialogen musste ich echt grinsen! Endlich habe ich ein „Werwolf-Buch“ gelesen, dass sich etwas mehr mit dem Wesen an sich auseinandersetzt, ganz gefühlvoll, nicht so reißerisch, wie einige andere. Auch die Historischen Figuren und ihre Schilderung sind ein eindeutiges Plus. Eine wirklich gelungene Geschichte. Von mir kriegst du mindestens 85 % und ich werde bestimmt noch das eine oder andere Buch von dir lesen! Allen anderen verspreche ich in dieser Sorgfalt und ausufernden Länge der Zusammenfassungen sicher nicht noch einmal an einer Leserunde teilzunehmen. Ich will schließlich niemanden mit Buchstaben erschlagen. Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes) |
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| Beorn | AW: Die Werwölfe (ab 27.11.2009) | 15.01.2010, 23:47 Uhr |
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Nein, Du bist nicht ganz verwaist und Deine langen Bemerkungen waren sehr aufschlussreich. Jetzt zu meinem Abschlussbeitrag: Erst einmal noch zu den Charakteren, um meine Vorgehensweise aus den letzten Beiträgen wieder aufzunehmen: Niccolo Niccolos Gestalt bleibt bis zum Ende, diejenige, die mich am meisten begeistert. Vom unreifen jugendlichen Adligen zum geheimnisumwitternden Werwolf, der schließlich noch ein Landgut in der Toskana besitzt. Seinen Charakter finde ich bis zum Ende stimmig und ich habe den Roman letztendlich aus seiner Perspektive genossen. Für mich ist er der durchweg gute Protagonist, der zwar von einem dunklen Geheimnis heimgesucht wird, aber sein Erbe annimmt und gerade am Ende wirkt es ganz selbstverständlich, dass er sich selbst ersticht, um sich zu verwandeln. Gelungen erscheint mir da auch gerade der Perspektivenwechsel zwischen Ludovico und ihm in der Abschlussszene. Die Gestalt des Werwolfes lässt sich aus der Sicht des Beobachters viel eindrucksvoller darstellen. Seine Beziehungen zu den anderen Charakteren bleiben am Ende des Romans allerdings etwas in den Vorbereitungen stecken. Das Verhältnis zu Ludovico bleibt für mich immer noch ungeklärt. Zwar kämpfen sie gemeinsam gegen Gioana, aber ihre Konkurrenz um Valentine bleibt unaufgelöst. Die erwartete Konfrontation bleibt aus, aber sie scheint nur verschoben in den zweiten Teil und nicht aufgehoben. Zwischen Marcella und Niccolo fehlt die Aussprache. Niccolo muss ihr sein Erbe beibringen, was sie selbst teilt, aber dieser Konflkt wird gar nicht beachtet, in der vorletzten Szene befindet sich Marcella mit Niccolo direkt auf dem Weg zu Christo und Katya. Klar man kann nicht alles schreiben, aber dass wäre mir wichtig gewesen, vor allem weil Marcella dann noch einiges klar über das seltsame Verhalten ihres Bruders geworden wäre. Die Beziehung zu Esmeralda bleibt ebenfalls offen. Bleibt da überhaupt noch eine Beziehung? Am Ende ist er doch nur um Valentine besorgt. Esmeralda wäre doch die Person gewesen, der sich Niccolo am Ende mehr hätte zuwenden können. Wo ist sie nach diesem Ende? Ich stimme asta da vollkommen zu. Erst habe ich erkannt/gesehen, wie die Mätresse zur gleichwertigen Gefährtin wird und dann verschwindet sie sang- und klanglos. Mir fehlte sie doch schon in Albanien, aber jetzt verschwindet sie scheinbar in der Bedeutungslosigkeit. Für Niccolo wird es am Ende doch so etwas wie ein Bildungsroman, auch wenn die Grande Tour beendet ist. Seine Reise nach Albanien fügt sich da nahtlos ein und letztendlich ist seine Ausbildung erst bei der zweiten Rückkehr zum familiären Gut abgeschlossen. Esmeralda Zum Ende dieser Figur habe ich im Zusammenhang mit Niccolo alles gesagt. Sie verschwindet beinahe wirkungslos und das passt nicht zu ihr. Erst bildet sie ein Team mit Niccolo und dann bleibt gar nichts? Beim Abschlusskampf spielt sie ebenfalls keine Rolle, ;-( Ihr Abgang bleibt also enttäuschend. Valentine In Valentines Fortentwicklung steckt großes Potential. Am Ende gesteht Niccolo entgültig seine Liebe ihr gegenüber und sie weiß, dass sie sie erwidert, aber zwei Sachen stehen zwischen ihnen: Das Versprechen an Ludovico und die Umwandlung zum Vampir. Geschickt gemacht, die Verwandlung zeigt die einzige Möglichkeit, Valentines Überleben zu sichern. Dass sie dadurch wesensgleich mit Ludovico und beinahe mit Niccolo nicht mehr kompatibel wird, wird zwar nicht mehr thematisiert, aber es scheint mir klar ein Konflikt für den Nachfolgeroman zu sein. Durch die Verwandlung ist es Ludovico ganz heimlich still und leise gelungen, seine ursprünglichen Pläne umzusetzen, auch wenn Valentine von ihm und Niccolo erst einmal nichts mehr wissen will. Ludovico Jetzt wird die Auflösung auch noch weiter aufgeschoben, Mist. Klar, wahrscheinlich befinde ich mich immer noch auf dem Holzweg, aber entgültig ist die Gesinnung Ludovicos noch nicht geklärt. Die Herkunft der ominösen Stimme bleibt ebenfalls ungelöst und damit bleibt mein Misstrauen bestehen. Auf den ersten Blick bestätigt er natürlich seine aufkommende Freundschaft mit Niccolo, da sie auch noch Seite an Seite kämpfen und sie nur gemeinsam Gioana schlagen können. Marcella Ihr Potential bleibt schließlich auch für einen zweiten Roman erhalten. Wie nimmt sie wirklich ihr Erbe an? Wie steht sie in Zukunft zu Niccolo, Katya und Christo? Wie ist es ein "kleiner Werwolf" zu sein? Ihre Erzählperspektive enthält noch jede Menge Möglichkeiten. Gioana Der Weg ihres Charakters erscheint mir sehr schlüssig zu sein. Die Verbitterung, die Ausdauer, die Verlogenheit und die ideologische Verklärung machen sie zum Hauptgegner des ersten Buches. Wie tatsächlich häufig in der Geschichte der Inquisition zählt das Ziel: der entgültige, absolute Sieg einer wie auch immer gereinigten Kirche. Die Wahl der Mittel ist hierbei an keine Moral gebunden. Das Endprodukt zählt. Historische Figuren Der unspektakuläre Abgesang der lyrischen Werwölfe findet in Byron sein Ende. Auch wenn Niccolo immerhin noch zu seinem Tod anwesend ist, kommt ihm leider nicht mehr die Bedeutung zu, die ich ihm gerne zugesprochen hätte. Welches Gift auch immer Werwölfe tötet, es sorgt dafür, dass Polidori, Shelley, Keats und Byron keine Rolle mehr spielen. Dieses Ende hat mich wahrscheinlich am meisten getroffen, da ich mir mehr erhofft hätte. Ali Pascha und Uthmann Bei sind als zusätzliche Schergen von Gioana überzeugend und werden für den ersten Höhepunkt in Albanien geopfert. Abschließender Kommentar folgt. |
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| Beorn | AW: Die Werwölfe (ab 27.11.2009) | 16.01.2010, 01:03 Uhr |
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Letzte Worte Der Roman "Werwölfe" hat mir sehr gut gefallen, daher von mir auch die 90er Wertung. Hier möchte ich noch einmal auf die Stärken und Schwächen eingehen. Also erst einmal ist mir aufgefallen, dass die Teilung in zwei Bücher nicht willkürlich oder praktikabel ist, sondern sehr sinnvoll, da sich die beiden Teile vollkommen voneinander unterscheiden. Leider schadet diese nicht vorhandene Homogenität, der Ganzheit des Romans. Zum ersten Teil: Im ersten Buch haben die historischen Personen für mich die Hauptrolle gespielt. Freidenker und Utopisten leben in einer teilweise reaktionären Welt. In dieser Rolle habe ich mich selbst wiedergefunden. Der Appell, veraltete dogmatische Ideologien und Lebenswirklichkeiten einzureißen, hat bei mir gewirkt, auch wenn Christoph das wahrscheinlich gar nicht vorgesehen hatte. Die Handlung stand in diesem ersten Buch nicht im Vordergrund. Für mich war das auch gar nicht notwendig, da ich von Charakteren und Zeitdarstellung fasziniert war. Valentine und Niccolo sammeln zwar die ersten weitergehenden Erfahrungen in ihrem jugendlichen Leben, aber selbst die standen für mich nicht im Vordergrund. Zum zweiten Teil: Der zweite Teil machte auf mich einen vollkommen anderen Eindruck, was für die Vielseitigkeit des Buches spricht, für mich aber mit einigen Problemen verbunden war. Die historischen Personen, die mir erst so wichtig waren, wurden nebensächlich. Zwar steckte die vermutete Verschwörung hinter allem, aber dass alle vier Dichter - Byron, Polidori, Shelley und Keats (kommt erst im zweiten Teil vor) - eigentlich keine Rolle mehr für den weiteren Verlauf spielen, fand ich für mich enttäuschend. Die banale Erklärung Gioanas auf der Freitreppe im Palast der Vivianni, die deutlich macht, dass sie alle vergiftet hat, ist mir einfach zu schwach. Wie gut hätte im zweiten Teil die Jagd auf die Werwölfe thematisiert werden können!!! Die wäre aus meiner Sicht sehr spannend gewesen. Die Rolle des Alexander von Humboldts wirkt auch nur kurz und relativ unwichtig. Also wechselte der Schwerpunkt des Romans von den historischen Figuren zur Handlung. Handelt es sich beim ersten Teil um den idiellen Hintergrund, sammelt Niccolo im zweiten Teil praktische Erfahrungen als Werwolf in Frankreich, Albanien und Italien. Also rückte aus meiner Sicht die Handlung dann doch in den Mittelpunkt, was ich nicht in dieser Form erwartet habe. Für die Gestaltung des Romans ist es jedoch verständlich, da auf diese Weise die Spannung wächst, das Geschehen schneller wird und man zum gewöhnlichen Lesen zurückkehren kann. Zum Ende: Das Ende leidet für mich unter der zu erwartenden Fortsetzung. Ich freue mich zwar auf diese Weise auf das zweite Buch, aber es bleibt zu viel offen: Wie akzeptiert Valentine ihr neues Leben? Wie geht Marcella mit ihrem Werwolfsein um? Was wird aus Esmeralda? Welche Ziele hat Ludovico? Wer steckt hinter der ominösen Stimme? Welche zukünftige Aufgabe erwartet die Werwölfe und Niccolo? Stärken und Schwächen zusammengefasst: Erster Teil: - beeindruckende historische Personen - Proklamation eines Freidenkertums - wenig spannende Handlung Zweiter Teil: - banales Ende der historischen Personen - Ausbildung des Werwolfes Niccolo wird überzeugend wiedergegeben - Spannung steigt/zahlreiche Höhepunkte Schluss: - rundet den Roman ab und findet zu einem sinnvollen "Zwischenende" - zu viele Beziehungsfragen und Informationen bleiben offen Da gerade im Bereich der Fantasy Trilogien und Quatrologien zur Pflicht geworden sind verbinden sich hiermit für mich noch einmal einige Fragen an Christoph: @Christoph Ich selber finde es einfacher und für eine befriedigende Leseerfahrung angenehmer, wenn ein Buch in sich abgeschlossen geschrieben/verkauft wird. Wie ist das für den Autor? Ist es anstrengend erst einmal Bücher mit einem teilweise offenen Ende anzulegen, damit eine Fortsetzung möglich bleibt. Schreibst Du lieber in sich abgeschlossene Romane? Ist das einfacher? Hast Du schon viele Ideen für einen zweiten Teil? Wenn "ja", kannst Du uns welche davon verraten? Jetzt bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich anfangs wirklich nicht gehofft habe, dass sich ein Autor dazu erweichen lässt, an einer Leserunde im Internet teilzunehmen. Daher hier noch einmal mein herzliches "Dankeschön" an Christoph. Meine Lederbuchidee ist auch noch nicht aufgegeben. Vielleicht kauf ich mir "Werwölfe" als E-Book und lasse es binden. @asta Ebenfalls möchte ich mich ganz herzlich bei Dir für Deine ausführlichen Zusammenfassungen bedanken. Ganz schön engagiert für Deine erste Leserunde (?)! |
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| Aleyd | AW: Die Werwölfe (ab 27.11.2009) | 17.01.2010, 20:03 Uhr |
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Ich melde mich hier für eine erste kurze Stellungnahme zum Roman. Mir hat das Buch relativ gut gefallen, doch am Ende ging es mir etwas zu schnell. Erst waren sie an diesem Ort, dann wieder dort und dann wieder ganz wo anders. Die Personen haben sich am Ende ziemlich verändert (das schreibe ich dann). Außerdem hat es mir nicht so ganz gepasst dass so viele Fragen am Ende offen geblieben. Das erstmal, ich werde bald einen längeren Eintrag verfassen. "In jedem Windhauch steckt ein Geist, und ich kann sie singen hören" |
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| Djamena | AW: Die Werwölfe (ab 27.11.2009) | 22.01.2010, 17:44 Uhr |
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Das Ende von den Werwölfen schreit förmlich nach einer Fortsetzung und ich würde gegebenenfalls eine solche sicherlich gerne lesen. Das Buch hat mir gefallen, einzelne Szenen sogar sehr gut, aber insgesamt gesehen fehlte mir irgendwie der letzte Kick, um mich völlig an den Stoff oder besser gesagt an die Figuren zu fesseln. Für mich am spannendsten ist eindeutig Ludovico. Leider kam er für meinen Geschmack zu kurz. Auch Valentine hätte mehr ausgebaut werden können. Aber vielleicht kommt das ja in der Fortsetzung. Die historische Komponente fand ich ganz interessant, aber nach dem ersten Teil des Buches (Orpheus) war für mich ein wenig die Spannung in Bezug auf die historischen Personen raus. Das Zusammentreffen mit den Humboldt-Brüdern wirkte aufgezwungen, die hatten keinen echten Beitrag zum Geschehen, ebenso Madame de Stael fand ich überflüssig. Nachdem Niccolo und Ludovico sich aus der Silbermine befreit hatten, war ich auch nicht mehr sonderlich an Byrons Schicksal interessiert. Klar war es logisch und verständlich, dass Niccolo das wissen wollte, aber die wesentlich wichtigeren Dinge lagen doch bei anderen Personen. (Marcella, Esmeralda, Valentine) Auf jeden Fall sind die Werwölfe sehr schön geschrieben und ich habe es genossen, es zu lesen. Es hat keine einzige Stelle gegeben, wo ich innerlich aufzucken musste, -wie es mir bei etlichen Büchern ergeht-, von wg. unglaubhaften (lach, ja ich weiß, die Verwandlung in einen Werwolf ist sehr glaubhaft) oder unlogischen oder auch gnadenlos übertriebenen dargestellten Verhalten. So ist es mir bei Ritus/Sanctum von M. Heitz ergangen, die ja immerhin auch das Thema Werwölfe beinhalten und ebenfalls auf historische Ereignisse zurückgreifen. Ach, eine Sache fällt mir noch ein. Beim letzten Kampf mit Gioana in Arezzo habe ich die ganze Zeit erwartet, dass Marcella sich zum Werwolf wandelt und sich ins Getümmel stürzt, nicht, dass Valentine sich opfert. Aber Christophs Lösung ist spitze, kein schmalziges Happy-End. Das verdient einen satten Extra-Punkt. Egal, ob es noch zu einer Fortsetzung kommt oder nicht. „Der Veränderung die Tür verschließen, hieße das Leben selber aussperren.“ Walt Whitman, (1819 - 1892) US-amerikanischer Lyriker |
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| Beorn | AW: Die Werwölfe (ab 27.11.2009) | 31.01.2010, 21:03 Uhr |
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Ab sofort sind Vorschläge für eine Leserunde gesucht. Berlin klingt verlockend, jedoch für mich aufgrund Entfernung, Kinderzahl und Job nicht machbar. |
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