Phantastik-Couch-Forum
| Sinitrena | AW: Das Lied der Dunkelheit (ab 22.6.09) | 18.08.2009, 22:12 Uhr |
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Und in dieses Vakuum stößt der resignierte Arlen hinein und erkennt seine letzte Chance, eine wehrhafte Gemeinschaft zu finden. Er organisiert den Widerstand, da er die Möglichkeit sieht, doch noch seine Kampfgemeinschaft zu finden. Seine Einsamkeit hat er nicht freiwillig gewählt, viel lieber hätte er zu jeder Zeit mit anderen Menschen gegen die Dämonen gekämpft. Das sieht man in Krasia, wo er beinahe Spaß an der nächtlichen gemeinsamen Jagd empfindet. Alleine hat er keine Möglichkeit, alle Dämonen zurückzuschlagen, mit den Holzfällern kann jedoch der Widerstand im Norden eröffnet werden. Und das nun glaube ich eher nicht - oder halte es zumindest nicht für realistisch. Ja, die Menschen im Tal der Holzfäller kämpfen, ja, Brett erschaffft hier eine ausweglose Situation, in der sie keine Wahl haben (die mir übrigens ein wenig konstruiert vorkam, das aber nur nebenbei), aber gerade da liegt das Problem: Es ist eben keine wehrhafte Gemeinschaft und auch nicht der Anfang des Widerstands im Norden. Sie hätten alle schon vorher kämpfen können, sie hätten alle tausend Gründe gehabt, sie hatten alle schon gesehen, wie geliebte Menschen getötet wurden, haben aber ihr bequemes Leben vorgezogen. Ich fände den Wandel einfach zu stark, zu plötzlich, wenn sie nun wirklich weiterhin kämpfen würden. In einer neuerlichen ausweglosen Situation? Ja. Sonst? Nein. Alles andere wäre unrealistisch, weil es nicht zu der bisher dargestellten Weltanschauung der Menschen im Norden passt. Das Ende mit den Krasianern finde ich allerdings zu früh eingesetzt. Sicherlich, Brett steigert auf diese Weise die Spannung für den zweiten Teil, aber unnötiger Weise baut er bereits einen zweiten Gegner auf, Und als zweites, die Krasianer. Die sind grauenhaft klischeemässig, entweder da kommt noch was, oder das ist der dämlichste Fehltritt des Autors. Ich hätte es besser gefunden, wenn es überhaupt keinen solchen zweiten Feind geben würde. Tatsächlich scheinen die Krasianer aus einem einzigen Klischee zu bestehen - und nichtmal aus einem interessanten. Im Roman hätte ich mir allerdings etwas intelligentere Gegenspieler zu den drei Protagonisten Arlen, Leesha und Rojer gewünscht Ich denke, Brett ging es genauso und deshalb hat er die Krasianer geschaffen. Leider ist ihm das zumindest im ersten Band noch nicht gelungen. Wenn er den Krasianern etwas mehr "Seele" verleiht und dann auch etwas mehr Tiefgang, dann könnte aus denen sogar noch was werden. In dem Band hier waren sie ja nur absolut unbedeutende Nebenfiguren, die allenfalls illustrieren sollten und konnten, dass es eben doch die Möglichkeit zum Kampf gibt. Ohne sie - ohne die Geschichten über sie - hätte sich Arlen wohl nicht entschieden zu kämpfen, oder zumindest nicht in so krassem Umfang. Leider fürchte ich fast, die weitere Handlung ist doch recht vorhersehbar: - Arlen beginnt den Widerstand zu organisieren - irgendwann kommen ihm die Krasianer in die Quere - es entwickelt sich ein Kampf um Vetrauen und Glauben bei den "gewöhnlichen" Menschen - wahrscheinlich mischen sich noch ein paar der nördlichen Fürsten ein - letztendlich beeindruckt Arlen alle Menschen, einschließlich der Krasianer so sehr, dass sie sich auf seine Seite schlagen (vielleicht tötet er den "Erlöser" vor einer ganzen Armee aus Krasianern?) - alle schließen sich zusammen und kämpfen - es kommt zu mindestens einer epischen Schlacht (wenn auch nicht vom Weltrang des Herrn der Ringe Spannend sind nur noch wenige Fragen: - wieweit verwandelt sich Arlen? (ich rechne fast mit einem Kampf im Horc) - finden er und Leesha wirklich zusammen? (Ich würde sagen, ja) - warum - und das ist die wirklich interessante Frage - waren die Dämonen so lange verschwunden und sind dan zurückgekehrt? Die Frage macht für mich den Rest der Serie spannend, also der Hintergrund der Geschcihte, weniger die weitere Handlung. Also, dass Leesha nur wenige Tage nach ihrer furchtbaren Vergewaltigung mit Arlen schläft, fand ich derart unglaubwürdig, das hat mich richtig geärgert. Nach so einem traumatischen Gewaltakt ist das vom Autor beschriebene Verhalten Leeshas sooo unrealistisch. Das fand ich auch übel. Selbst wenn sie körperlich dank ihrer Kräuter vielleicht sogar in der Lage sein könnte mit einem Mann zu schlafen, seelisch dürfte das unmöglich sein. Brett hätte sich die Vergewaltigung auch sparen können, ein Überfall bei dem Rojer und Leesha ihr Zirkel gestohlen wird, wäre an sich schon schlimm genug gewesen. Dann hätte Leesha problemlos mit Arlen schlafen können. So ist es aber nur unrealistisch und auch ein wenig "unsensible" (nicht so ganz das richtige Wort, aber mir fällt grad kein anderes ein) oder sehen Männer das einfach anders? Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt (Albert Einstein) |
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| Flitzi | AW: Das Lied der Dunkelheit (ab 22.6.09) | 19.08.2009, 09:41 Uhr |
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Also, dass Leesha nur wenige Tage nach ihrer furchtbaren Vergewaltigung mit Arlen schläft, fand ich derart unglaubwürdig, das hat mich richtig geärgert. Nach so einem traumatischen Gewaltakt ist das vom Autor beschriebene Verhalten Leeshas sooo unrealistisch. Das fand ich auch übel. Selbst wenn sie körperlich dank ihrer Kräuter vielleicht sogar in der Lage sein könnte mit einem Mann zu schlafen, seelisch dürfte das unmöglich sein. Brett hätte sich die Vergewaltigung auch sparen können, ein Überfall bei dem Rojer und Leesha ihr Zirkel gestohlen wird, wäre an sich schon schlimm genug gewesen. Dann hätte Leesha problemlos mit Arlen schlafen können. So ist es aber nur unrealistisch und auch ein wenig "unsensible" (nicht so ganz das richtige Wort, aber mir fällt grad kein anderes ein) oder sehen Männer das einfach anders?Ich fand das auch sehr unglaubwürdig, gerade weil die fürchterliche Vergewaltigung die bisher einzige sexuelle Erfahrung Leeshas war. Mit diesen Szenen hat sich Brett denke ich auch nicht unbedingt hinsichtlich der Zielgruppe der Leser einen Gefallen getan. Der einfache Schreibstil prädestiniert Das Lied der Dunkelheit geradezu für ein Jugendbuch, aber einige Szenen wollen nicht so richtig Jugendbuchkompatibel sein. So ist es finde ich weder Jugendbuch noch All Age und auch nur bedingt etwas für Erwachsene. Ich glaube da hat sich Peter V. Brett nicht so richtig Gedanken drüber gemacht. Ich favorisiere eher tiefgründigere Fantasy für Erwachsene. Mir kam jedoch die Einfachheit Bretts gerade sehr entgegen, da ich parallel dazu Schattenfall von R. Scott Bakker gelesen hatte, welches mir fast schon zu kompliziert erschien. |
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| Flitzi | AW: Das Lied der Dunkelheit (ab 22.6.09) | 19.08.2009, 09:50 Uhr |
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es kommt zu mindestens einer epischen Schlacht (wenn auch nicht vom Weltrang des Herrn der Ringe |
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| Flitzi | AW: Das Lied der Dunkelheit (ab 22.6.09) | 19.08.2009, 09:55 Uhr |
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Mir ist gerade noch ein unsinniger Vergleich eingefallen. Ich finde, dass Arlen in gewisser Hinsicht der Barak Obama in Bretts Welt ist. Dort ist Arlen derjenige, der in ausweglosen Situationen "Yes we can" sagt (oder zumindest "Yes I can") während andere resignieren. | |
| >NightStalker | AW: Das Lied der Dunkelheit (ab 22.6.09) | 25.08.2009, 16:11 Uhr |
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Zum Ende dieser Leserunde will ich mich auch nochma zu Wort melden =). Zusammenfassend gesehen ist das Buch ein gelungener Roman, der die Fantasy nich neu erfindet aber dennoch eiin paar erfrischende neue Ansätze bringt. Um zum Schreibstil zurück zu kommen.... Wie schon gesagt ist er eher einfach gehalten und ich denke dass dieses Buch auch von Anfang an als Jugendbuch geschrieben wurde. Auch ich habe Das Lied der Dunkelheit eher zwischendurch gelesen, die restliche Zeit habe ich mich mit "Kabale&Liebe" (was ich nicht freiwillig gelesen habe; die gute alte Schullektüre=) ) herumgeschlagen. Es war einfach und hat dennoch zum Träumen angeregt. Ich finde, dass man einige Stellen nicht so engstirnig sehen sollte nund ich meine dass das Buch die Zielgruppe 14+ ansprechen soll. Wenn man den Klappentext gelesen hat und sich entschieden hat das Buch zu kaufen, bzw. auszuleihen, sollte man nicht erwarten dass 3 Freunde mit einer Taschenlampe einem Strauchdieb hinterher rennen -_- . Und im Punkto vergewaltigung finde ich nicht, dass es zu "hart" ( mir fällt grad kein besseres Wort ein ) und evt. sogar zu traumatischen Erinnerungen führen könnte. Jeder, der in die Zeitung schaut oder die Nachichten im Fernsehn sieht wird mit vergewaltigung un tot konfrontiert. Die Vergewaltigung Leeshas soll, meiner Meinung nach eher Abschreckend wirken, soll die Hilflosigkeit des Opfers zeigen. Es verdunkelt die eh schon trübe Atmosphäre dieses Buches und Brett schafft es ein abschreckendes Exempel zu statuieren. Dass Leesha nachher mit Arlen schläft fand ich eher unnötig. Vielleciht wollte Brett Leesha einen Grund geben weitter an der Geschichte beteiligt zu sein. Vieleicht sollte as auch eine Rettungsleine aus ihrem Sumpf aus Trauer und Hilflosigkeit sein. Ich zumindest bin gesapnnt auf den 2. Teil und möchte unbedingt die Welt Arlens Leeshas und Rojers beser kennen lernen. Hoffentlich mit einer neuen Leserunde =) . |
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| Flitzi | AW: Das Lied der Dunkelheit (ab 22.6.09) | 25.08.2009, 17:01 Uhr |
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ich meine dass das Buch die Zielgruppe 14+ ansprechen soll.So in etwa würde ich das auch einstufen. Brett hat meiner Ansicht nach die Chance verpasst, sein Werk durch weglassen einiger unnötiger Szenen auch für noch jüngere Leser tauglich zu machen. Und das wäre meiner Meinung nach ganz ohne Qualitätsverlust für die älteren Semester möglich gewesen. |
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| Beorn | AW: Das Lied der Dunkelheit (ab 22.6.09) | 25.08.2009, 21:36 Uhr |
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Was lesen wir als nächstes? |
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| Sinitrena | AW: Das Lied der Dunkelheit (ab 22.6.09) | 26.08.2009, 19:29 Uhr |
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Was lesen wir als nächstes? Gute Frage, falscher Faden würde ich sagen - sonst wird's doch etwas unübersichtlich. --------------------------------------------------------> Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt (Albert Einstein) |
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