Phantastik-Couch-Forum
| Buboter | AW: Biokrieg - Leserunde ab 23.03.2011 | 30.03.2011, 20:52 Uhr |
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Ups, scheinbar hinke ich jetzt ein wenig hinterher (schei... Fön , hab nur 20 Seiten gestern geschafft @Flitzi Meinst du den Kadaverkönig mit Dungkönig? Mir ist doch keine Person abhanden gekommen oder? Wenn doch hat mir die Wetterlage mehr als üblich zugesetzt Mehr Politik in der zweiten Hälfte hab ich auch erwartet, da ja jetzt schon Politik und Wirtschaft sich gegeneinander auspielen, intrigieren usw. Beim Begriff "Kompostierung" musste ich erstmal kräftig schlucken. Diese Wortwahl trifft einen ziemlich heftig in der Magengrube. Es stimmt, ich fiebere mit keinem Charakter so richtig mit. Am Liebsten lese ich die Passagen von Anderson Lake und Hok Seng. Die Geschehnisse um Jaidee sind zwar dramatisch, aber ..... ich weiß nicht....... sie sind mir irgendwie "egal". Es ist derzeit kein Charakter dabei, bei dem ich traurig wäre, wenn er das zeitliche segnen würde, wenn das dem Lauf der Geschichte dient. Ich würd nicht sagen, dass mir dieser Umstand Probleme macht, aber ein Buch liest sich leichter weg, wenn man um einen Charakter bangt. Ich möchte zwar auch hier unbedingt wissen wie es weitergeht, allerdings ist es mir derzeit vollkommen egal in welche Richtung sich die Story entwickelt. Irgendwie ist mir alles recht. Ich kann mich nicht erinnern, dass es mir irgendwann schon mal so mit einem Roman ergangen wäre. Seltsame Sache Und jetzt soll ich Dir helfen all diese Männer zu töten? Ja Padre. Mal sehen was ich tun kann. |
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| Flitzi | AW: Biokrieg - Leserunde ab 23.03.2011 | 31.03.2011, 08:43 Uhr |
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@Buboter Ja, den Kadaverkönig meinte ich. |
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| Flitzi | AW: Biokrieg - Leserunde ab 23.03.2011 | 31.03.2011, 09:32 Uhr |
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zu Kapitel 12: Das Auftreten des Kadaverkönigs fand ich auch geradezu grotesk, weil es momentan fast unvorstellbar ist, wie ein motorisiertes Fahrzeug so viel Aufsehen erregen kann. Hock Seng spielt da meines Erachtens auch mit dem Feuer. Geht der Kadaverkönig auf seinen Deal ein, steht seiner Flucht so gut wie nichts mehr im Wege. Obwohl die mittlerweile wegen Jaidee außer Rand und Band geratenenen Weißhemden kann man wohl auch schlecht als so gut wie nichts bezeichnen. Andererseits riskiert Hock Seng, dass der Kadaverkönig ihm bereits jetzt alle Fluchtversuche zu nichte macht. Interessant finde ich auch, ob Hock Seng die Information zum Techtelmechtel von Lake mit Emiko noch gegen seinen Chef einsetzen wird. zu Kapitel 14: Solangsam legt Anderson Lake die Karten auf den Tisch und sagt dem Handelsminister Akkarat, was er will. Nämlich Zugang zur Saatgutbank (bei "Samenbank" muss ich immer an etwas anderes denken) und den Genforscher Gibbons. Im Gegenzug bietet er finanzielle und militärische Unterstützung. Klar ist: Mit diesem Angebot riskiert Lake durchaus seinen Kopf, wenn Akkarat nicht darauf eingeht. zu Kapitel 15: So gerne ich die Kapitel von Emiko auch lese, solangsam finde ich Ihre Gedankengänge etwas redundant. Das sind immer wieder dieselben Überlegungen. Vielleicht soll diese (für manchmal etwas langweilige) Redundanz verdeutlichen, wie schwer es für Emiko ist, sich aus dem anerzogenem gehorsam zu lösen. |
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| Le_Tartar | AW: Biokrieg - Leserunde ab 23.03.2011 | 03.04.2011, 20:00 Uhr |
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@Flitzi Bei Emiko habe ich das Gefühl, als ob in ihr "irgendwelche Superkräfte" versteckt sind. "Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realität" Alfred Hitchcock |
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| Buboter | AW: Biokrieg - Leserunde ab 23.03.2011 | 03.04.2011, 20:20 Uhr |
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Also, die Ereignisse überschlagen sich ja inzwischen ziemlich. Da gehts richtig rund. Unglaublich, wie schnell eine Situation so eskalieren kann. Über mangelnde Action kann ich mich nicht mehr beklagen Leider ist mir die ganze Geschichte ingesamt etwas zu politiklastig. Und jetzt soll ich Dir helfen all diese Männer zu töten? Ja Padre. Mal sehen was ich tun kann. |
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| Flitzi | AW: Biokrieg - Leserunde ab 23.03.2011 | 05.04.2011, 16:30 Uhr |
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Leider hatte ich die letzten Tage nicht soviel Zeit, ein paar Sachen möchte ich aber doch noch los werden. In der zweiten Hälfte ging es doch noch mächtig heiß her und die Action-Schraube wurde nochmal ordentlich angezogen. Und mit Kanya eine neue Perspektive ist hinzugekommen. Kanya hatte sich ja bei den Weißhemden eingeschlichen, um zu gegebener Zeit Rache zu üben. Auf die Rache habe die ganze Zeit gewartet, aber sie kam nicht. Das war für mich unerwartet, aber Bacigalupis Lösung fand ich sehr klever und auch logisch. Denn Kanya wurde ist in ihrer Zeit bei den Weißhemden klargeworden, warum die Weißhemden so drastisch handeln und sie selbst wählt letztendlich dieselben Methoden. Und sie wird dann ja auch noch von Jaidees Geist verfolgt, bei dem ich mir nicht so sicher bin, ob sich Kanya ihn nur einbildet (meine bevorzugte Variante) oder ob Bacigalupi ein zusätzlich phantastisches Element in seine Geschichte integriert hat. Ich bin mir auch nicht so sicher, ob Geister in der thailändischen Kultur als real existent angesehen werden. Wie dem auch sei, die Kapitel aus Kanyas Sicht fand ich großteils spitze. Sehr schön geschildert fand ich auch ihren Besuch bei dem Japaner, bei dem sie Informationen zu den Aufziehmädchen sammeln wollte. Enttäuscht haben mich hingegen etwas die Kapitel mit Anderson Lake. Bei seiner Charakterisierung wäre meines Erachtens mehr Potential drin gewesen, das war mir später etwas zu platt. Hock Seng hat mir irgendwie leid getan. Manche Leute können eben noch so gut planen und nützen tut es trotzdem nichts. Schade ist auch, dass viele angerissene Punkte im dunkeln geblieben sind. z.B. wird eine Katastrophe in Finnland erwähnt, aber es wird nicht aufgeklärt, was da genau passiert ist. Gut fand ich hingegen einige philosophische und ethische Fragestellungen, wie etwa ob ein gentechnisch manipulierter Mensch genauso viel wert ist wie ein normaler. Deutlich wurde auch vermittelt, dass Gentechnik eine große Chance aber auch eine große Gefahr für die Zukunft darstellt. Insgesamt hat mir das Buch trotz einiger Schwächen wirklich gut gefallen. Es ist originell und keinesfalls nur ein Abklatsch von anderen SciFi-Werken. Gerade weil ich nicht will, dass uns so eine Zukunft wie die hier beschriebene bevorsteht, nehme ich die Botschaft mit, dass wir unbedingt verantwortungsvoller mit der Umwelt umgehen müssen. |
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| Buboter | AW: Biokrieg - Leserunde ab 23.03.2011 | 05.04.2011, 21:04 Uhr |
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Ich bin auch im Zweifel ob Kayna sich Jaidees Geist nur eingebildet hat. Sie spricht ja öfters davon, auch andere Geister zu sehen und auch andere erwähnen diese ruhelosen Geister, die nicht wiedergeboren weden können immer wieder. Von daher könnte das schon "real" gewesen sein. Anderson Lake's Schicksal hat mir nicht gefallen. Sein Tod stört mich nicht, aber das ging dann so rasant dahin. Zuerst keinerlei Anzeichen dafür außer gelegentlichtes Husten, nach der Mißhandlung und dann geht er innerhalb von 10 Seiten über den Jordan Schade fand ich, so wenig über Gibons zu erfahren, da er ja am Ende eine durchaus große Rolle gespielt hat. Außerdem hätte ich gern erfahren, wie die "Große Kontraktion" vonstatten ging und auch was in Finnland geschehen ist. Insgesamt muss ich sagen, es hat mir ganz gut gefallen, hat aber keine Begeisterungstürme bei mir ausgelöst. Der Anfang war für mich etwas zäh und schwer zu lesen. Ab der Hälfte hats mir dann sehr gut gefallen. Ein wenig mehr Infos zur Vergangenheit und bißchen weniger Politik und ich wär begeistert gewesen. Und jetzt soll ich Dir helfen all diese Männer zu töten? Ja Padre. Mal sehen was ich tun kann. |
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| Le_Tartar | AW: Biokrieg - Leserunde ab 23.03.2011 | 06.04.2011, 07:47 Uhr |
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Die Zwiegespräche mit Jadees Geist habe ich als Kanyas Kampf mit ihrem Gewissen interpretiert. Die politischen Machtverhältnisse waren für mich am Schluß doch sehr verwirrend, aber an den Erzählperspektiven durch die Hauptcharaktere, hat der Autor ja auch verdeutlicht, das jeder seine eigenen egoistischen Ziele verfolgt. Anderson Lake blieb bis zum Ende eine sehr blasse Figur. Ich bin mit ihm nie richtig warm geworden. Mein Gesamteindruck zum Roman ist nach wie vor positiv. Paolo Bacigalupi hat ein spannendes "Was wäre wenn"-Szenario entworfen. Ein zum Nachdenken anregender Blick auf eine düstere, trostlose Zukunft. "Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realität" Alfred Hitchcock |
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| archont | AW: Biokrieg - Leserunde ab 23.03.2011 | 05.05.2011, 14:49 Uhr |
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Flitzi: Zwischen den Zeilen, Chekhovs Gun: In Finnland haben Midwestcompact Einheiten wohl versucht eine Saatgutbank gewaltsam zu erstürmen - woraufhin die Finnden das Ding gesprengt haben. (Die Info kommt sehr früh), Lake stellt ausserdem fest, dass man seitdem "viel gelernt hat" --> Der Einsatz von Agenten wie ihm? Unregistriert in Foren schreiben zu können ist fein... |
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| Flitzi | AW: Biokrieg - Leserunde ab 23.03.2011 | 09.05.2011, 00:13 Uhr |
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@archont Danke für die Aufklärung, das ist mir völlig entgangen. |
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