Phantastik-Couch-Forum

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asta AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 08.05.2010, 10:58 Uhr
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Hi Iris, hast du sie schon aktualisiert ... ich warte sonst noch mit dem Lesen???? *pfeift*
Sieht jedenfalls oberflächlich betrachtet schon sehr spannenend aus... *grinst breit*
Bin schon sehr neugierig..... *schaut cool*

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

Iris53 AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 08.05.2010, 12:52 Uhr
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Kapitel 9

Milo war froh, daß Lysi wieder an seiner Seite war und er stieß einen erleichterten Seufzer aus. Endlich kamen sie aus diesen deprimierenden Katakomben heraus und es schien einen Weg zu geben, die allesverschlingende Schattenwolke zu vernichten. Er wollte es schon den anderen gleichtun, die sich an die junge Frau herandrängten um einen Zipfel ihrer schleimtropfenden Kleidung zu ergreifen. Die vollkommen mit grauem Glibber bedeckte Gestalt trat hinter Lysi und berührte zaghaft ihre Schulter. Es sah aus, als hätte irgendein Witzbold dort einen unförmigen Klumpen Wackelpuddding deponiert. Die beiden Kinder hielten sich fest umklammert und drückten sich so eng an Lysis Bein, daß es einem wabbelnden Steinpfeiler glich. Auch Scou, der sich schräg hinter die, wie Milo annahm, Geschwister stellte und mit der linken Hand Lysis Gürtel umkrampfte, war schon wieder mit der grauen vanillestinkenden Masse bedeckt. Wacker und Piepser hatten sich zwischen die große undefinierbare Gestalt und den alten Mann gedrängt, so daß Milo nicht erkennen konnte, womit sie sich die Berührung Lysis sicherten. Der skeletthafte Alte hielt den Kopf gesenkt und brabbelte unverständliches Zeug vor sich hin, während die Gefährtin ihn liebevoll stützte.
„Gruppenbild mit Glibber“ Angesichts der frustrierenden Situation war es ein vollkommen abstruser Gedanke, der Milo da durch den Kopf schoß und nur mit Mühe konnte er ein irres Kichern unterdrücken. „Bloß weg hier, sonst werde ich auch noch verrückt!“ Er hob den Arm um Lysis ihm entgegengestreckte Hand zu ergreifen, als ihn eine Diskrepanz in ihren Worten auffiel.
„Warte Lysi, irgendetwas ist hier ganz und gar nicht richtig.“
„Was um aller Götter willen ist denn hier überhaupt richtig? Wir sitzen in diesen stinkenden Tunneln und wollen verschwinden, also mach schon.“ Auffordernd wackelte sie mit den Fingern und zähe graue Tropfen lösten sich schmatzend und fielen träge zu ihren Füßen.
Abwehrend schüttelte Milo den Kopf.
„Überleg doch mal. Wie willst du uns in dieses Dorf bringen, wenn du gar nicht weißt, wo es ist. Du weiß doch selbst am besten, dass du einen Anhaltspunkt brauchst.“ Aufgebracht wischte Lysi sich die dicke Schleimschicht von der Stirn, bevor sie die Augen erreichte.
„Ganz recht, Wandler, du brauchst mir wahrlich nichts über meine Fähigkeiten erzählen. Aber durch Myniak habe ich ein genaues Bild des Dorfes und des Brunnens. Und da hin werde ich uns jetzt bringen und du erledigst den Rest. Also hör auf zu diskutieren und komm. Ich warte nicht länger.“
„Lysi, bitte. Es kann genauso gut eine Falle sein. Du vertraust diesem irren Alten ohne seine Aussage zu hinterfragen. Oder kennt ihn einer von den Anderen. Oder die Geschichte von dem angeblichen weisen Mann.“ Fragend schaute er von den Kindern, die überhaupt nicht reagierten, zu der großen Gestalt, die langsam den Kopf schüttelte und auch Scou, dessen Züge nicht mehr erkennbar waren, antwortete auf gleiche Weise.
Lysis Augen hatten sich zu Schlitzen zusammengezogen und wenn ihr die Macht des Flammenschießens gegeben wäre, würde Milo jetzt als Holzkohle vor ihr liegen.
„Es ist mir egal, ob ihn jemand kennt oder nicht. Ich jedenfalls glaube ihm und du solltest das besser auch tun, Wandler. Oder willst du die vielleicht einzigste Möglichkeit aus der Hand geben, um diese Welt zu retten? Du wurdest allein dazu geboren, diese Aufgabe zu erfüllen. Nun kannst du es und stellst doch alles in Frage. Aber ich habe schon immer gewusst, dass du im entscheidenden Moment versagen wirst. Wir werden jetzt gehen. Ob mit dir oder ohne dich. Also entscheide dich.“
Wie Säure ätzten die Worte und Milo konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Hatte sie vielleicht doch Recht und er vergab mit seiner Weigerung die einzige Gelegenheit, die Prophezeiung zu erfüllen? Sollte er nicht wenigstens den Versuch wagen und den Worten des Alten glauben? Wenn sie nicht der Wahrheit entsprachen, konnte er immer noch nach einem anderen Weg suchen. Zögernd trat er einen Schritt nach vorne, um die ausgestreckte Hand zu ergreifen, als ihn ein solch grausames Gefühl drohenden Unheils überkam, dass es seinen ganzen Körper schüttelte. Er wusste plötzlich mit absoluter Sicherheit, dass es, wenn er diese Hand auch nur berührte, seinen Tod bedeutete. Mit einem Ruck riß er seinen Arm zurück, aber es war schon zu spät. Wie ein Stoß schoß Lysis Hand nach vorn und packte seinen Unterarm. Milo hatte das Gefühl, eine Stahlklaue hielte ihn umklammert und presste ihm das Fleisch bis auf den Knochen zusammen, während eisige Kälte durch jede Pore strömte. Ihm war klar, dass dieses Wesen nichts mehr mit der Lysi gemein hatte, die er kannte. Und er fragte sich verzweifelt wohin die Echte verschwunden war, und ob er sie jemals wieder finden würde. Doch daran konnte er keinen weiteren Gedanken mehr verschwenden, denn es kam ihm vor, als würde sein Körper Stück für Stück auseinander gerissen. Wahnsinnige Schmerzen durchströmten ihn, während er mit aller Kraft versuchte, sich aus dem grausamen Sog zu befreien, der an ihm zog und zerrte. Es dauerte nicht lange und er hatte dem nichts mehr entgegenzusetzen. Seine Kraft war erschöpft und losgelöst von seinem geschundenen Körper driftete sein Bewusstsein in einem endlosen Meer nachtschwarzer undurchdringlicher Finsternis.
Grauschwarze spinnenbeinartige Tentakel krochen daraus hervor und umschlangen das silbrige Gespinst seines Geistes, glitten um die glänzenden Fäden seines Bewusstseins und hüllten es vollständig ein, bis nur noch ein winzigkleiner schimmernder Rest aus der gräulichen zuckenden Masse hervorglimmte.
In diesem Bruchstück eines einstmals wachen Geistes, verfing sich ein triumphaler Schrei.
„Endlich! Die Welt ist mein!“ Und wurde gleich darauf von einem mächtigen Rauschen überlagert.
„Hast du denn gar nichts von mir gelernt, du dummer Junge? Soll denn alles umsonst gewesen sein? Hast du vergessen, daß du deinen Willen einsetzen mußt, um etwas zu erreichen?"
"Ursullus? Wieso bist du hier?" Fragendes Flüstern.
"Ich bin hier, weil du es willst."
"Aber ich habe gar nicht an dich gedacht. Ich kann überhaupt nicht mehr denken. In mir ist alles so leer. Mein Wille ist zu schwach. Ich komme nicht dagegen an. Glaub mir, ich habe es versucht."
"Du hast mit deinem Körper gekämpft und nicht mit deinem Kopf, Wandler. Habe ich dir nicht beigebracht, daß der Wille alles ist. Wenn er so schwach wäre, wie du meinst, wäre es mir unmöglich gewesen, dich hier zu erreichen. Streng deinen Kopf endlich an und denk an meine Gabe. .... Denk an meine Gabe. ......Denk an meine Gabe."
Wie ein Widerhall rauschten und wisperten die Worte und zogen wie eine endlose Linie durch Milos Geist. Sein letztes bisschen Bewußtsein brauchte unendliche lange, bis es den Sinn begriff. Doch mit dem Verstehen erfasste ihn eine unbändige Freude und er sah vor sich seine gezeichneten Hände. Holzgemaserte braune Haut, durchzogen von borkigen Rissen, die doch keine Wunden waren, umspannte kraftvolle Hände, durch die unablässig sein lebensspendendes Blut pulsierte, durchtränkt mit dem Wissen und der Kraft eines uralten Baumes.
Milo spürte wie es durch seinen ganzen Körper zog. Ein kribbelndes Gefühl des Lebendigseins erreichte jedes noch so kleine Nervenende und erfüllte ihn mit einer solch unvergleichlichen Macht, daß er glaubte platzen zu müssen. Ein Jubelschrei durchfuhr ihn, als sein Bewußtsein sich dehnte wie eine schnellwachsende Frucht und den grauensamen Klammergriff der Schattententakeln sprengte. Mit der Befreiung seines Geistes verschwand auch die Finsternis, aber gleichzeitig erfüllte ihn das Wissen, daß er zwar diesen Kampf, aber noch nicht den Krieg gewonnen hatte.

Mit einem leichten Schwindelgefühl fand er sich an der gleichen Stelle wieder, die er meinte verlassen zu haben. Auch die Gruppe war noch vollzählig vorhanden, wenn auch mit kleinen, aber feinen Unterschieden. Und jetzt sprang ihm auch sofort ins Auge, was in vorher nur irritiert hatte. Alle Gefährten waren mit einer - mittlerweile noch dickeren - Schleimschicht überzogen, die sich bei den Kindern und der großen Gestalt bereits zu verfestigen begann und die bewegungslos an ihrem Platz verharrten. Bei Scou und Lysi wogte und wabbelte der Glibber immer noch, aber die darunter vergrabenen Menschen waren in regungslose Starre verfallen. Blieben noch der dürre Alte, der nun gar nicht mehr so irre aussah, mit vor der Brust verschränkten Armen eine herausfordernde Haltung einnahm und ihn mit kohlschwarzen ausdruckslosen Augen musterte. Und die beiden Zwerge, die nun gar nicht mehr so freundlich aussahen und sich mit gezogenen Waffen zu beiden Seiten des Alten aufgestellt hatten.
"Du hast dich als stärker erwiesen, als wie ich erwartet hatte." Die machtvolle Stimme spottete dem schmächtigen Körper, dem sie innewohnte.
"Jaa, es ist immer ein Fehler, wenn man den Gegner unter- sich selbst aber überschätzt."
"Nun, Fehler kann man korrigieren. Da dich mein Wille nicht bezwingen kann, werden es eben die Waffen tun. Meine kleinen Freunde hier sind überaus bewandert in der Kriegskunst und letztendlich ist es vollkommen egal, auf welche Weise ich dich von meiner Welt entferne."
"Deine Welt? Bist du jetzt nicht schon wieder ein wenig überheblich? Du hast es doch schon öfter versucht und bist jedesmal gescheitert. Was macht dich glauben, daß du es diesmal schaffen wirst?" Milo legte demonstrativ die Hand an seinen Schwertgriff.
Höhnisches Gelächter begleitete die Antwort. "Eure Magie ist von der Welt verschwunden. Sie war bisher das einzige, was mich aufhalten konnte. Und das bisschen, was in dir schlummert reicht bei weitem nicht aus, mich zu bezwingen. Und deine Waffe ringt mir nur ein müdes Lächeln ab. Diese Körper sind austauschbar. Aber wenn du erledigt bist, brauche ich sowieso keinen mehr."
Milo nickte wissend. "Du brauchtest ihn nur, um Lysi dazu zu bewegen, mich an den Brunnen zu bringen. Dort hat sich deine zentrale Kraft konzentriert und mein Tod wäre dir sicher gewesen."
"Du bist ziemlich schlau, aber das nützt dir jetzt auch nichts mehr."
"Sag mir nur noch eins, bevor du versuchst, mich töten zu lassen." Milo grinste überaus provozierend. "Warum haben es die Zwerge nicht schon im Gasthaus versucht. Dort wäre es ihnen ein leichtes gewesen, mich zu überrumpeln. Oder hattest du sie da noch nicht unter deiner Fuchtel?"
"Halte mich nicht für dumm, du impertinentes Menschlein." Der in Besitz genommene Körper wurde von immenser Wut geschüttelt. "Du hast wohl Skrupel, vielleicht Unschuldige zu töten? Aber laß dir gesagt sein, daß du keine Chance gegen sie hast, dafür werde ich sorgen. Der wack´re Wacker und der piepsige Piepser" und das Schattenwesen ahmte die Stimmen so genau nach, daß der Wandler wußte, in diesen Körpern wohnte keine echte Zwergenseele mehr "werden dir endgültig den Garaus machen."
"Also wolltest du meinen Tod selber herbeiführen und hast es vergeigt." Mit einem gehässigen Grinsen stachelte Milo die schwarze Seele noch mehr an. Wut und Zorn verleiteten zu unüberlegten Handlungen und der Wandler hoffte, daß der Alte die seelenlosen Zwergenkörper dann nicht mehr genug kontrollieren konnte. Aber er mußte sich diesem Kampf stellen, bevor er das Schattenwesen vernichten konnte. Gleich darauf konnte er sich nur noch mit einem Riesensatz nach hinten retten, um nicht von Piepsers gewaltiger Doppelaxt getroffen zu werden. Der Zwerg war herangestürmt, wurde von seinem eigenen Schwung mitgerissen, fegte seitlich an Milo vorbei und prallte mit einem lauten Klatschen an die schleimige Tunnelwand. Noch bevor er sein Schwert richtig ziehen konnte, stapfte Wacker auf ihn zu. Nur mit Mühe entging er dem pfeifenden Rundschlag, der ihn halbieren sollte. Die scharfe Klinge ritzte immerhin noch seine Lederweste, die nun einen klaffenden Schnitt aufwies. Die abrupte Rückwärtsbewegung ausnutzend, ließ Milo sich nach hinten fallen und rollte sich aus der Reichweite des stämmigen Zwerges. Noch immer hatte er keine Möglichkeit gehabt, sein Schwert zu ziehen, als er schon wieder die blinkende Schneide von Piepser auf sich zurasen sah. Nur eine weitere Körperdrehung rettete ihn vor diesem Schlag, aber immerhin gelang es ihm mit einem kräftigen Tritt, den Angreifer von den Beinen holen. Für Piepser wäre es wohl besser gewesen, er hätte sich die Griffschlaufe ums Handgelenk gelegt, aber Milo war froh, daß der Sturz dem Zwerg die Waffe aus der Hand prellte und er hektisch in dem grauen Glibber zu suchen anfing.
Mit einem Satz war der Wandler auf den Füßen und zog statt des Schwertes seinen Stiefeldolch. Wieder holte Wacker zu einem Beidhandschlag aus, doch diesmal setzte Milo auf Angriff statt Ausweichen. Mit einem Hechtsprung katapultierte er sich über den Zwerg hinweg und versenkte, noch im Flug, die gezähnte Klinge seines Dolches in dessen rechter Schulter. Haltlos fiel der Kampfarm herab, als die Muskeln durchtrennt wurden und Wackers "Liebste" krachte, durch ihr Gewicht auch der anderen Hand entrissen, nutzlos zu Boden. Milo beglückwünschte sich insgeheim, daß sein Messer auf Anhieb die richtige Stelle getroffen hatte.
Etwas glückloser erwies sich seine Landung, weil ihm der glibbrige Matsch die Füße wegriß. Doch alles im Leben hat zwei Seiten, denn wäre er nicht auf allen Vieren gelandet, hätte ihn mit Sicherheit der Dolch getroffen, der aus Piepsers Richtung geflogen kam. So verschwand er wirkungslos im grauen Schleim und Milo hatte endgültig die Nase voll. Voll von fliegenden Messern und blitzenden Äxten, die ihn in kleine Stücke hacken wollten und voll von dem dürren alten Mann dessen triumphierendes Grinsen ihn die Galle aufsteigen ließ.
Manchmal war Wut auch zu etwas gut, denn Milo besann sich endlich auf seine wirklichen Fähigkeiten.
Mit einer Gewalt, die einer abgeschossenen Kanonenkugel gleichkam, knallte er in den ehemaligen Geist der Zwerge und sprengte die grauschwarze Masse der Tentakel auseinander. Nichts blieb übrig außer einem winzigkleinen Lichtfunken, der langsam verglühte. Suchend tastete Milos Bewußtsein nach einer Verbindung zur Nebelwolke und wie aus dem Augenwinkel erfaßte er ein zurückweichendes gräuliches Etwas. Silbrigen Peitschenschwänzen gleich schossen Milos Bewußtseinsfäden auf das verschwindende Ende zu und ließen kein Entkommen mehr zu. Immer weiter schob sich sein Geist an der grauschwarzen Schlange entlang und wob dabei einen silbern schimmernden Kokon. Doch je näher er dem Zentrum kam umso langsamer vollzog sich sein Fortkommen. Keuchende Atemzüge entrangen sich seiner Brust, aber der Wandler nahm sie nicht wahr. Ebenso wenig wie die sich auflösenden Zwergenkörper oder das protestierende, aber auch gequälte Kreischen aus dem Körper des alten Mannes. Alles wurde übertönt von den Schmerzensschreien der Opfer, dem verzweifelten Wimmern der Kinder, dem irren Kreischen derjenigen, deren Verstand das Unfaßbare nicht mehr verarbeiten konnte. Ganze Leben nahm er durch die Bewußtseinssstränge des Schattenwesens in sich auf und konnte sich nicht dagegen wehren. Immer dicker wurde der Strang und immer stärker mußte er seinen Willen zwingen weiter zumachen. Er spürte jetzt schon eine bleierne Schwere und wußte doch, daß ihm der letzte, der entscheidende Kampf noch bevorstand. Mühsam schob er seinen Geist voran und als ihm die ersten fingerdicken Tentakel entgegenpeitschten, fühlte er, daß erst jetzt der Zeitpunkt gekommen war, an dem er sich beweisen mußte. Noch einmal sammelte er alle Kraft, zu deren er fähig war.... und dann war alles ganz einfach. Sein Bewußtsein dehnte sich aus und glich einem gleißenden Ball und schon die kleinste Berührung ließ die Tentakel zu Staub zerfallen, dessen Körnchen wie ein verglühender Stern erloschen. Einer glimmenden Lunte ähnlich, fraß sich sein Geist durch die sich windende graue Masse bis nichts mehr übrig war außer dem hauchzarten Geruch verwehender Vanille. Sein letzter Gedanke war
„ Geschafft“ bevor ihn eine wohltuende Ruhe umfing, in die er sich dankbar hineingleiten ließ.

Du kannst Deinen Verstand täuschen, aber niemals Dein Herz.

Iris53 AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 08.05.2010, 13:02 Uhr
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Liebe Asta,
was lange währt, wird endlich gut. Gestern abend habe ich mich echt maßlos geärgert; habe aber herausgefunden, daß diese Pfeile zum Einschieben einer Rede die kleinen Übeltäter waren. Hier im Forum haben sie wohl eine andere Aufgabe und daher war vieles einfach verschwunden und ich mußte es erst mühsam wieder zusammenstückeln. *schaut traurig*
Ähem, nach meiner langen Denkpause ist es nun ein bisschen, nur ein ganz kleines bisschen *pfeift*
mehr geworden, als ein paar Sätze. Trotzdem hoffe ich, du bist mit dem Ergebnis zufrieden. *zwinkert*
LG Iris

Du kannst Deinen Verstand täuschen, aber niemals Dein Herz.

asta AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 08.05.2010, 14:57 Uhr
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Liebe Iris .... WOWHÜPFWOW... KNUDDEL-KNUTSCH *Kuss* und *applaudiert* *applaudiert* *applaudiert* *applaudiert*

Das Warten hat sich doch seeeehhhrrrrr gelohnt!!!!! *Daumen hoch*

Da hast du aber einige echt tolle überraschende Wendungen eingeflochten und dein Schreibstil hat auch gleich einen riesen Sprung (ach was: SATZ) nach vorn gemacht .... *grinst breit*

Jetzt muss ich mich aber ins Zeug werfen *schaut cool*...
leider kann ich nicht sofort weiterschreiben, da ich bis Montag noch meine eigene Biografie für einen Agenten schreiben muss und dummerweise mein Männe dieses WE Geburtstag hat.... *pfeift*

Aber keine Sorge... ich freue mich schon auf's weiterschreiben.... GlG und bis bald asta

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

asta AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 12.05.2010, 19:35 Uhr
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Kapitel 10

Schwarze, undurchdringliche Dunkelheit dämpften Milos Wahrnehmungen. Ein Zustand ähnlich dem Tod hielt ihn gefangen. Aber in Wahrheit war es das Zwischenreich, das Reich, das man zuerst betritt, bevor der Tod sein Recht geltend machte. Der Tod aber wartete, denn er wusste, es war noch viel zu früh. Der Wandler war erst auf seinen Lebensweg gebracht worden und noch lange nicht für sein Reich im Jenseits bestimmt.
Milo lag leblos an dem Ort, wo sich alles entschied. Er fühlte keinen Schmerz, keine Sorgen, keinen Siegestaumel. Sein Denken war eingestellt, wie das alte Werk einer Mühle, das seiner Funktion beraubt und irreparabel auf dem Schrotthaufen landen sollte.
Die Zeit hatte keine Bedeutung mehr. Aber was bedeutete Milo sein Leben? Würde er den Schritt zurück schaffen? Würde er den Weg zurückfinden? Der Tod saß an seiner Seite und blickte fast sehnsüchtig den jungen Mann an. Er war versucht nachzuhelfen, aber der alte Gauner Ursullus hat ihm die Hände gebunden. Hatte ihn bei seinem Ehrenwort gepackt. Nun blieb ihm nichts anderes übrig als den traumlosen jungen Mann zu bewachen.
Ein Jammer, dachte der alte Gevatter. Wirklich ein Jammer. Sein einziger Trost war, dass dieser junge Träumer ihm noch zahllose Jünger bringen würde, bevor er selbst ins Jenseits einging. Wenn die Sterblichen doch nur wüssten, was ihnen entgeht; was würden sie an seinen Toren rütteln und um Einlass betteln, seufzte er.
Langweilig war es hier zu sitzen, während in seinem Reich die pure Freude wartete. Warum nur hatte er sich auf diesen Ursullus eingelassen? Auch der alte Mythenweber, Galadion, hatte ihm sein Wort abgenommen. Wenn er doch nur ein ganz klein wenig nachhelfen könnte, so dass es niemand merken würde. Würde dieser junge Knabe dann endlich aufwachen und aus seiner Obhut verschwinden? Eine Fliege könnte reichen, sinnierte der alte Gevatter und schüttelte unmerklich seine Sense.
Mit leisem Gesumm erschien sofort eine dicke Schmeißfliege und begann das leblose Antlitz des Jünglings zu erkunden. Kreuz und Quer kletterte sie über seine bloße Haut, flog ihn immer wieder an. Versuchte sogar ihm in Ohren und Nase zu kriechen, was bestimmt ekelhaft kitzelte. Doch der Knabe zuckte nicht einmal mit der Wimper, rührte nicht den kleinsten seiner gezeichneten Finger. Es half nichts, es mussten schwerere Geschütze aufgefahren werden.
Wieder zuckte die Sense und eine Hornisse erschien. Dick und prall, mit einem spitzen, giftigen Stachel. Wo würde sie wohl zustechen, fragte sich der Tod und beobachtete ungerührt ihren Anflug. Fast liebevoll setzte sich die dicke Hornisse auf die bleiche Nasenspitze des Wandlers, krümmte beinahe sinnlich ihren langen, pelzigen Unterleib und platzierte ihren Stachel auf der höchsten Stelle. Sie ließ sich Zeit, bevor sie schließlich mit einem freudigen Ruck zustieß.
Interessiert beobachtete der Tod die augenblicklich einsetzende Reaktion des Jünglings. Er bäumte sich kurz auf und schlug mit einem seiner borkigen Hände blitzschnell zu. Direkt auf seine eigene Nasenspitze. Die Hornisse hauchte im selben Moment ihr kurzes Dasein aus. Der Gevatter empfing sie mit einem lautlosen „Willkommen“ und grinste dabei zufrieden. Der Junge würde nun aus dem Zwischenreich verschwinden und er hatte endlich wieder seine Ruhe. Keiner würde merken, dass er nachgeholfen hatte.

Ein beißender, brennender Schmerz direkt auf seiner Nase beendete den Frieden, den Milo für eine kurze Zeit gefunden hatte. Verdammt, was war das? Er riss ungläubig die Augen auf und führte seine Hand, mit der er sich auf die Nase geschlagen hatte, in sein Sichtfeld. Die matschigen Reste einer gewaltigen Biene zeugten davon, dass er nichts von seiner Treffsicherheit eingebüßt hatte. Rasch schüttelte er den Leichnam ab und tastete an seine extrem schmerzende Nase. Eine heiße Knolle, so groß wie eine Kartoffel befand sich an ihrer Stelle. Milo fluchte und blickte sich suchend nach etwas Kühlendes um. Wo war er überhaupt? Was war geschehen?
Dunkel kam die Erinnerung zurück. Die Schleimwolke, die heimtückischen Zwerge. Und Lysi ... was war mit Lysi?
Perlendes Gelächter ließ ihn seinen Blick heben. Da stand sie, inmitten einer paradiesischen Blumenwiese, die ihn an den Mythengarten erinnerte.
„Lysi“, keuchte er und verdeckte mit seiner Hand die Knollnase. „Was ist passiert? Wieso bist du hier?“
Lysi konnte sich kaum beruhigen. Sie prustete und hielt sich dabei die Hand vor den Mund. „Wie du aussiehst, Milo! Was ist mit deiner Nase passiert?“
Heftig schüttelte er den Kopf, nahm dabei aber nicht seine Hand herunter. „Das tut jetzt nichts zur Sache. Wie kommt es, dass du hier bist? Du warst doch in der Gewalt von der gräulichen Schleimwolke.“
Lysi seufzte. „Stimmt, dieser Schleim hat mich benutzt. Hat sich meinen Körper genommen, als wäre ich eine Marionette. Ich kann mich kaum noch daran erinnern. Alles lief wie ein schrecklicher Traum vor meinen Augen ab. Aber als du die Wolke besiegt hast, ist sie explodiert und hat alle ausgespuckt, die noch halbwegs lebendig waren. Aber Milo, das ist jetzt zwei Monate her. Du warst verschwunden. Wenn mich Galadion nicht beruhigt hätte, hätte ich mir ernsthaft Sorgen gemacht.“
Langsam kam sie näher. „Ist das eine Dauerhafte Veränderung deiner Nase?“
Milo schniefte. „Nee, das ist nur ein Bienenstich. Du sagst die Wolke ist besiegt, ist damit dann mein Auftrag erfüllt? Kann ich jetzt endlich zurück zu Sa Rena, Neidra und zu Bra Raffelo?“
Der Wind fuhr sanft durch Lysis Haare. Sie verzog säuerlich ihren energischen Mund. „Du hast eine Wolke besiegt... Ja, das stimmt. Aber die anderen Wolken haben durch ihre geistige Verknüpfung davon erfahren und sich in etwas ... Anderes ... noch Gefährlicheres verwandelt. Nach wie vor gibt es drei Quellen des Unheils und weder Galadion noch Ursullus konnten bisher genau erkennen, um was es sich dabei handelt. Diese Schattenwesen sind äußerst intelligent und flexibel, du wirst sie auf keinen Fall noch einmal so leicht besiegen können, egal, in was sie sich gerade verwandelt haben. Wenn man es so nimmt, Milo, ist deine Aufgabe noch gefährlicher geworden.“
Milo rieb sich seine brennende Nase und unterdrückte einen Fluch. „Na wunderbar! Ich dachte schon, das Leben würde von nun an für mich paradiesisch langweilig werden. Habt ihr gar keine Informationen für mich? Und wo war ich die zwei Monate lang?“
Seine Augen fixierten Lysi ganz genau. Er hatte immer noch Schwierigkeiten ihr zu glauben. Vermutlich würde das Misstrauen noch eine Weile anhalten.
„Komm mit Milo! Wir gehen zu Galadion, der sitzt bei Ursullus und hält Kriegsrat. Aber keine Sorge, was auch immer es ist, wo auch immer es sich verbirgt, ich begleite dich. Das ist leider meine Bestimmung“, lachte sie und nahm seinen Arm. Mit der anderen Hand stupste sie an seine Nase. „Und trotz dieser gewaltigen Nase bin ich deine Freundin!“

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Iris53 AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 13.05.2010, 18:37 Uhr
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Kapitel 11

„Aua! Das tut weh!“ Milo legte schützend die Hand über das überdimensionale Ei, das zur Zeit sein Gesicht zierte. „Wenn du wirklich meine Freundin wärst, würdest du mich nicht noch zusätzlich quälen.“ Lysi grinste breit und tätschelte ihm freundschaftlich die Wange.
„Du wirst es überleben.“
Unwirsch wischte er ihre Hand beiseite. Seine Gefühle waren etwas zwiespältiger Natur, denn obwohl er sich freute, die Gefährtin lebend und bei guter Gesundheit vorzufinden, war er doch ein wenig enttäuscht. Irgendwie hatte er den Eindruck, sie spiele die ganze Sache ziemlich herunter. Er hätte sich ein klitzekleines bisschen mehr Dankbarkeit gewünscht, aber sie frotzelte schon wieder herum und tat, als ob es die einfachste Sache der Welt gewesen wäre, sie und alle anderen die noch lebensfähig waren, zu retten. Er schnaubte entrüstet durch seine zu geschwollene Nase und benutzte den Mund um in tiefen Atemzügen die reine, süße Luft des Mythengartens zu schmecken. Aber das war eben Lysi und sie würde sich wohl nie ändern. Im Stillen fragte er sich gleich darauf, ob er das überhaupt wollte und kicherte in sich hinein, als er sich vorstellte, dass ihm eine tränenüberströmte Lysi überglücklich um den Hals fiel und sich gar nicht mehr einkriegen konnte vor lauter Dankesbezeugungen. Ne,ne, da war ihm die jetzige doch lieber und irgendwann würde er auch noch lernen, sich angemessen gegen sie zu behaupten.
Nachdem sie einige Schritte stillschweigend nebeneinander her gegangen waren, fasste er die Mythengestalt am Arm und hieß sie stehen bleiben.
„Sag Lysi, was ist eigentlich genau passiert, als ich dieses Schattenwesen besiegt habe? Sind denn alle wohlauf, die bei uns waren?“
„Die und noch viele mehr, Wandler. Für etliche war es buchstäblich Rettung in letzter Sekunde.“ Ihr eben noch freudestrahlendes Gesicht nahm einen betrübten Ausdruck an. „Einige von ihnen werden es eventuell doch nicht schaffen. Sie haben schon viel zu lange in dem versteinerten Schleim der Tunnelwände gesessen und waren vollkommen ausgezehrt. Wir haben Heiler zu ihnen gesandt, aber ehrlich gesagt…..“ sie zuckte mutlos mit den Schultern „für manche dieser armen Seelen wäre es wohl letztlich besser, wenn sie ins Reich des Todes eingehen würden. Ich habe viele, so viele gesehen, als ich auf der Suche nach die war, deren Geist vollkommen verwirrt war und die nichts, aber auch gar nichts mehr von ihrem früheren Leben wussten. Sie erscheinen dir noch wie eine leere Hülle. Es war wirklich furchtbar.“ In Gedanken daran verfinsterte sich das hübsche Gesicht.
„Ich verstehe nur nicht, warum du mich suchen musstest? Das letzte was ich weiß, ist, dass ich mit den Marionettenzwergen kämpfte und da standet ihr alle – zwar ziemlich unbeweglich – aber in voller Lebensgröße in der Katakombenkaverne. Ich hätte da sein müssen, direkt vor euch.“
„Tja, da warst du aber nicht.“ Sie schaute ihn nachdenklich an und sagte nach einer Weile. “ Es war sowieso alles ein bisschen bizarr. Als ich wieder klar denken konnte, standen wir alle in dichtem Nebel. Der ganze eklige Glibber verpuffte in mehr oder weniger großen Wolken und vermengte sich mit dem bröckeligen Zeug, das von den Wänden fiel. Wir konnten überhaupt nichts erkennen und bald waren wir statt des Schleims mit einer nicht weniger ekligen bröseligen Matschschicht bedeckt. Aber am schlimmsten waren die Geräusche. Immer öfter hörten wir ein Platschen, wenn die Wände wieder einen Unglücklichen freigaben, der auf den Boden fiel. Jedes Stöhnen und Ächzen bedeutete eine willkommene Abwechslung, weil wir dann sicher sein konnten, dass da noch Leben war.
Aber vorerst konnten wir nichts für sie tun. Selbst Scou, der sich in den Tunneln auskannte wie kein zweiter traute sich nicht, sich auch nur einen Fußbreit von der Stelle zu bewegen.
Also blieben wir zusammen und versuchten, die anderen Überlebenden zu beruhigen bis wir wieder in der Lage waren, in diesen verdammten Nebeln etwas zu erkennen.“
Lysis Hände zitterten, als sie sich fahrig durch die Haare strich. Auf ihrer Stirn hatten sich Schweißperlen gebildet, als das Nerven zerfetzende Bild wieder vor ihren Augen entstand. Das Jammern und Greinen der Verlorenen, deren Verstand von dem Schattenwesen bereits zerstört war; die hellen Aufschreie der Lebenden, die sich im Angesichts des Chaos, dass sich um sie herum auftat, bereits im Land der Toten wähnten und die in der nebulösen Ungewissheit über eben diese stolperten. Und dann die Rasselkäfer. Das Klappern und Schnappen ihrer Scheren, das sirrende zischende Geräusch ihrer messerscharfen Beißwerkzeuge, wenn sie gegen einander gerieben wurden.
Eine wahre Freudentafel tat sich für sie auf und sie machten keinen Unterschied zwischen den Lebenden und den Toten. Spitze Schreie ertönten aus jedem Winkel der Katakomben und viel zu oft gingen sie in klägliches Wimmern über, um endlich irgendwann zu verstummen. Mehr als einmal war sie versucht, ihre kleine Gruppe zu nehmen und einfach zu verschwinden. Aber die klare Gewissheit, damit einem Großteil der noch Lebenden endgültig dem Tod zu überantworten, ließ sie immer wieder ausharren.
Lysi schüttelte unwirsch den Kopf, als könne sie die unseligen Erinnerungen damit verbannen.
„Glaub mir, Wandler, du willst wirklich nicht wissen, wie es da unten war. Obwohl du dieses Schattenwesen besiegt hast, hat es noch unzählige Opfer gefordert.
Jedenfalls, nachdem Scou uns alle aus den Tunneln herausführen konnte, habe ich dich noch tagelang gesucht. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie war ich mir sicher, dass du kein Käferfutter geworden. Und dann hat Galadion mich gerufen und gesagt, dass du wieder hierher, in den Mythengarten zurückkehren würdest. Woher er das wusste, musst du ihn schon selber fragen.“ Sie schaute ihn schon wieder mit einem etwas frechen Grinsen an.
„Und da ich das nun auch gern erfahren würde, lass uns endlich gehen.“

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