Phantastik-Couch-Forum

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asta AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 12.04.2010, 14:17 Uhr
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07.09.2009
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Kapitel 6

Milos erster Gedanke war: Jetzt reicht es! Lysi weigerte sich doch tatsächlich das Seil anzunehmen. Er sog scharf die Luft ein und wandte sich nur ganz kurz ab, um ihr seine Wut nicht allzu offensichtlich kundzutun.
Ihre letzten Widerworte waren kaum verklungen, da hatte er sich auch schon wieder umgedreht. Vielleicht hatte sie ja Recht. Die Sicht war hier mehr als klar, was konnte schon groß passieren, wenn sie nur zusammen blieben?
Er traute seinen Augen nicht, genau dort, wo sie eben noch gestanden hatte, war nur gerade eben noch ihre matschige Spur zu erkennen. Mehr nicht. Wo war sie? Angestrengt suchte er die Umgebung ab, ohne sich vom Fleck zu rühren. Das war doch nicht möglich, fluchte er still.
Laut rief er: „Lysi, komm sofort wieder zurück. Es reicht mir allmählich mit deinen dämlichen Späßen!“
Doch nur Stille antwortete ihm. Hier war es einfach zu still. Nicht einmal Vögel waren zu hören. Die glibberüberzogenen Bäume konnten nicht rauschten, da sich kein Wind regte.
Angst kroch ihm langsam über den schweißnassen Rücken hoch und setzte sich wie ein Klammeraffe in seinem Nacken fest. Verdammt noch mal, das war Ernst. Wild entschlossen kniete Milo sich neben die nun fast verschwundene Spur Lysis und wühlte im süßlich duftenden Matsch.
Aber schon eine Handbreit tiefer erreichte er festen Grund. Wütend schlug er auf den Matsch ein und brüllte immer wieder: „Lysi! ... Wo bist du? Komm raus!... Lysi, jetzt reicht es!“
Nichts außer Blubbern und Schmatzen, verursacht durch seine Schläge, antwortete ihm. Nach einer Weile ließ er sich auf seinen Hintern fallen und stöhnte resigniert. Wenn er so darüber nachdachte, gab es zumindest zwei Möglichkeiten, was mit ihr geschehen sein könnte. Entweder, sie hatte die Schnauze voll von ihm und hat sich selbst wieder aus dieser Wolke entfernt oder der Schleim hat sie sich genommen. Doch eines stand fest, ohne Lysi kam er hier nicht raus. Also konnte er nur versuchen seine Aufgabe zu erfüllen und hoffen, dabei doch noch auf Lysi zu treffen.
Langsam stand er auf und blickte an sich herab. Der graue Vanille-Schleim hatte sich wie eine zweite Haut über ihn gelegt und ihn so nahezu unsichtbar in die Landschaft gefügt. Lysi würde ähnlich aussehen, wie er. Wenn sie sich nur spaßeshalber versteckt hielt, wäre sie nicht leicht zu erkennen.
Schweren Herzens blickte er sich um und suchte sich ein Ziel. Jedes schien so gut wie ein Anderes, also ging er einfach geradeaus. Jeder Schritt gab ein hohnvolles Schmatzen von sich und der betörende Vanilleduft löste allmählich einen allergischen Widerwillen bei ihm aus. Nie wieder würde er Götterspeise mit Vanillesoße essen können ohne zu würgen, dachte er mit einem Anflug von Galgenhumor.
Milo setzte einen Fuß vor den anderen und beobachte dabei die graue Landschaft, die wenig zu bieten hatte. Unheimlicherweise wurde es langsam dunkler um ihn herum; sollte es hier auch so etwas wie einen Tag Nacht Rhythmus geben? Wo könnte er sich ausruhen, wenn seine Beine von den klebrigen Schritten müde wurden? Was könnte er essen, wenn der Hunger käme? Noch schlimmer, was konnte er trinken? Denn Durst hatte er jetzt schon. Sein Gaumen war so klebrig wie sein Umfeld.
Erschöpft schloss er die Augen. Hoffnungslosigkeit eroberte sein Gemüt. Er schien sich in einer wahrhaft Aussichtslosen Lage zu befinden und er hatte keinen Plan. Hier war kein Feind zu finden, denn alles war feindlich um ihn herum, aber auf eine sehr subtile Weise. Vermutlich würde ihn dies Gräulichkeit einfach verschlingen, wenn er erschöpft zusammenbrechen würde. Sie würde sich einfach über ihn decken und das war es dann. Er der Wandler, konnte hier nichts ausrichten. Er war verloren.
Milo hatte nicht gespürt wie lange er seine Augen geschlossen hatte, als er ein Geräusch vernahm. Ein Klirren und verhaltenes Scheppern, begleitet von einer gedämpften Stimme, die leise vor sich hinfluchte.
Er glaubte zu träumen, als er seine Augen aufriss. Direkt vor ihm stand ein graues Wirtshaus. Über und über – wie alles hier – mit Glibber überzogen hob es sich kaum von der übrigen Landschaft ab.
Von drinnen erklangen die Stimmen, die miteinander stritten. Milo konnte einzelne Satzfragmente verstehen. „Gib her, du Trottel!“ „Lass das, du nichtsnutziger Zwerg!“ „Nimm die Finger aus dem Brei!“
Der Streit schien sich zuzuspitzen, klang aber nicht lebensbedrohlich. Bei dem Wort Brei knurrte allerdings Milos Magen jämmerlich. Schnell klopfte er an die schleimige Wirtshaustür.
Sofort war es drinnen totenstill. Milo glaubte schon sich getäuscht zu haben, als ein schmatzendes Geräusch erklang und sich die Tür schnalzend öffnete. Direkt vor ihm stand niemand, also blickte er in eine heimelige Wirtshausstube die sanft erleuchtet im Kerzenschein lag.
Sein Blick wanderte nach unten, denn von da ertönte ein eingeschnapptes Räuspern. Ein Zwerg, der ihm gerade bis zum Gürtel reichte, blickte ihn hochnäsig an. Aber Milo war so fasziniert von den prächtigen sauberen Farben, die das alte Gewand des Zwerges zierten, dass er nicht antworten konnte.
„Hä, was willst du?“, schnarrte der Zwerg, der zwar rund, aber ansonsten eher wie ein zu klein geratener Mann wirkte.
„Hunger, ... Hilfe, ... Antworten...“, murmelte Milo und sackte vor Erleichterung und Erschöpfung auf der Türschwelle des Wirtshauses zusammen. So wie es aussah, befand er sich hier in einer äußerst seltenen schleimfreien Zone.
Kurz bevor er sein Bewusstsein gänzlich verlor, entdeckte er denselben Zwerg noch einmal, allerdings stand dieser am Ofenfeuer und paffte eine knorrige Pfeife. Zwillinge, dachte er und ergab sich widerstandslos der Leere seiner Ohnmacht.

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

Iris53 AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 13.04.2010, 13:22 Uhr
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Kapitel 6

Milos erster Gedanke war: Jetzt reicht es! Lysi weigerte sich doch tatsächlich das Seil anzunehmen. Er sog scharf die Luft ein und wandte sich nur ganz kurz ab, um ihr seine Wut nicht allzu offensichtlich kundzutun.
Ihre letzten Widerworte waren kaum verklungen, da hatte er sich auch schon wieder umgedreht. Vielleicht hatte sie ja Recht. Die Sicht war hier mehr als klar, was konnte schon groß passieren, wenn sie nur zusammen blieben?
Er traute seinen Augen nicht, genau dort, wo sie eben noch gestanden hatte, war nur gerade eben noch ihre matschige Spur zu erkennen. Mehr nicht. Wo war sie? Angestrengt suchte er die Umgebung ab, ohne sich vom Fleck zu rühren. Das war doch nicht möglich, fluchte er still.
Laut rief er: „Lysi, komm sofort wieder zurück. Es reicht mir allmählich mit deinen dämlichen Späßen!“
Doch nur Stille antwortete ihm. Hier war es einfach zu still. Nicht einmal Vögel waren zu hören. Die glibberüberzogenen Bäume konnten nicht rauschten, da sich kein Wind regte.
Angst kroch ihm langsam über den schweißnassen Rücken hoch und setzte sich wie ein Klammeraffe in seinem Nacken fest. Verdammt noch mal, das war Ernst. Wild entschlossen kniete Milo sich neben die nun fast verschwundene Spur Lysis und wühlte im süßlich duftenden Matsch.
Aber schon eine Handbreit tiefer erreichte er festen Grund. Wütend schlug er auf den Matsch ein und brüllte immer wieder: „Lysi! ... Wo bist du? Komm raus!... Lysi, jetzt reicht es!“
Nichts außer Blubbern und Schmatzen, verursacht durch seine Schläge, antwortete ihm. Nach einer Weile ließ er sich auf seinen Hintern fallen und stöhnte resigniert. Wenn er so darüber nachdachte, gab es zumindest zwei Möglichkeiten, was mit ihr geschehen sein könnte. Entweder, sie hatte die Schnauze voll von ihm und hat sich selbst wieder aus dieser Wolke entfernt oder der Schleim hat sie sich genommen. Doch eines stand fest, ohne Lysi kam er hier nicht raus. Also konnte er nur versuchen seine Aufgabe zu erfüllen und hoffen, dabei doch noch auf Lysi zu treffen.
Langsam stand er auf und blickte an sich herab. Der graue Vanille-Schleim hatte sich wie eine zweite Haut über ihn gelegt und ihn so nahezu unsichtbar in die Landschaft gefügt. Lysi würde ähnlich aussehen, wie er. Wenn sie sich nur spaßeshalber versteckt hielt, wäre sie nicht leicht zu erkennen.
Schweren Herzens blickte er sich um und suchte sich ein Ziel. Jedes schien so gut wie ein Anderes, also ging er einfach geradeaus. Jeder Schritt gab ein hohnvolles Schmatzen von sich und der betörende Vanilleduft löste allmählich einen allergischen Widerwillen bei ihm aus. Nie wieder würde er Götterspeise mit Vanillesoße essen können ohne zu würgen, dachte er mit einem Anflug von Galgenhumor.
Milo setzte einen Fuß vor den anderen und beobachte dabei die graue Landschaft, die wenig zu bieten hatte. Unheimlicherweise wurde es langsam dunkler um ihn herum; sollte es hier auch so etwas wie einen Tag Nacht Rhythmus geben? Wo könnte er sich ausruhen, wenn seine Beine von den klebrigen Schritten müde wurden? Was könnte er essen, wenn der Hunger käme? Noch schlimmer, was konnte er trinken? Denn Durst hatte er jetzt schon. Sein Gaumen war so klebrig wie sein Umfeld.
Erschöpft schloss er die Augen. Hoffnungslosigkeit eroberte sein Gemüt. Er schien sich in einer wahrhaft Aussichtslosen Lage zu befinden und er hatte keinen Plan. Hier war kein Feind zu finden, denn alles war feindlich um ihn herum, aber auf eine sehr subtile Weise. Vermutlich würde ihn dies Gräulichkeit einfach verschlingen, wenn er erschöpft zusammenbrechen würde. Sie würde sich einfach über ihn decken und das war es dann. Er der Wandler, konnte hier nichts ausrichten. Er war verloren.
Milo hatte nicht gespürt wie lange er seine Augen geschlossen hatte, als er ein Geräusch vernahm. Ein Klirren und verhaltenes Scheppern, begleitet von einer gedämpften Stimme, die leise vor sich hinfluchte.
Er glaubte zu träumen, als er seine Augen aufriss. Direkt vor ihm stand ein graues Wirtshaus. Über und über – wie alles hier – mit Glibber überzogen hob es sich kaum von der übrigen Landschaft ab.
Von drinnen erklangen die Stimmen, die miteinander stritten. Milo konnte einzelne Satzfragmente verstehen. „Gib her, du Trottel!“ „Lass das, du nichtsnutziger Zwerg!“ „Nimm die Finger aus dem Brei!“
Der Streit schien sich zuzuspitzen, klang aber nicht lebensbedrohlich. Bei dem Wort Brei knurrte allerdings Milos Magen jämmerlich. Schnell klopfte er an die schleimige Wirtshaustür.
Sofort war es drinnen totenstill. Milo glaubte schon sich getäuscht zu haben, als ein schmatzendes Geräusch erklang und sich die Tür schnalzend öffnete. Direkt vor ihm stand niemand, also blickte er in eine heimelige Wirtshausstube die sanft erleuchtet im Kerzenschein lag.
Sein Blick wanderte nach unten, denn von da ertönte ein eingeschnapptes Räuspern. Ein Zwerg, der ihm gerade bis zum Gürtel reichte, blickte ihn hochnäsig an. Aber Milo war so fasziniert von den prächtigen sauberen Farben, die das alte Gewand des Zwerges zierten, dass er nicht antworten konnte.
„Hä, was willst du?“, schnarrte der Zwerg, der zwar rund, aber ansonsten eher wie ein zu klein geratener Mann wirkte.
„Hunger, ... Hilfe, ... Antworten...“, murmelte Milo und sackte vor Erleichterung und Erschöpfung auf der Türschwelle des Wirtshauses zusammen. So wie es aussah, befand er sich hier in einer äußerst seltenen schleimfreien Zone.
Kurz bevor er sein Bewusstsein gänzlich verlor, entdeckte er denselben Zwerg noch einmal, allerdings stand dieser am Ofenfeuer und paffte eine knorrige Pfeife. Zwillinge, dachte er und ergab sich widerstandslos der Leere seiner Ohnmacht.

" So´n blöder Blödian. Muß ausgerechnet hier zusammenklappen. Und nu muß sich der arme Wacker damit rumplagen." Milo hörte das brummige Gebrabbel wie aus weiter Ferne, während sein Körper ruckartig über den Boden gezerrt wurde. " Wrum tu ich das überhaupt?"
"Damit du die Tür zu machen kannst?" Die piepsige Stimme meldete sich aus der anderen Ecke des Raumes.
"Habich vier Hände, du dummer Dummerjahn? Mach du doch die Tür zu, wennste mir schon nicht hilfst."
"Ich hab doch die Tür nicht aufgemacht, das warst du. Also mach sie gefälligst auch wieder zu."
"Du hundiger Hundsfott! Muß ich denn alles alleine machen." Milo spürte einen letzten Ruck und dann knallte sein Kopf unsanft auf den Boden, was ihn wieder vollends zu sich brachte und ihm ein lautes Stöhnen entlockte.
"Aua, geht das nicht etwas vorsichtiger?"
" Oha, auch noch anspruchsvolle Ansprüche stellen. Der nette Wacker hätt dich auch nur nach draußen rollen können. Hätt den lieben Wacker nicht so viel Mühe gemacht. Aber nein! Wacker hat viel Mitleid und schindet sich, um den menschigen Menschen, der noch nich mal ein Zwerg ist, hier herein zu bekommen und dann kriegt er auch noch Vorwürfe. Wenn du so dankenslosen Undank sprichst, kannst du gleich wieder gehen, du Mensch, du." Der kleine Mann stemmte die Arme in die Hüften und starrte ihn empört an.
"Ähm... Milo räusperte sich und rieb sich dabei die schmerzende Beule, die ihm der harte Steinboden eingebracht hatte. "So war das nicht gemeint. Ich bin dir wirklich überaus dankbar, daß du dir solche Mühe gegeben hast. Damit hast du wohl mein Leben gerettet und ich stehe in deiner Schuld." Mit einem Blick auf die noch immer offen stehenden Tür, von deren Balken sich zähe Schleimtropfen lösten und mit einem satten Platschen auf der Schwelle landeten, fuhr er fort: "Aber vielleicht sollte man jetzt wirklich besser den Eingang schließen, sonst war deine dankenswerte Tat am Ende ganz umsonst."
"Ah ja. Das hört sich doch schon ganz anders an. Der lebensrettende Wacker hat eine dankenswerte Tat getan."
Ohne Eile, zufrieden mit dem Kopf nickend, begab sich der seltsame Zwerg zur Tür. Ein Fußtritt beförderte sie krachend ins Schloß, wobei der graue Glibber in sämtliche Ecken spritzte. Argwöhnisch beobachtete Milo die trägen Tropfen und riß verwundert die Augen auf, als jeder einzelne mit einem leisen "pfhht" verpuffte.
"Wie macht ihr das?" krächzte er, denn mittllerweile war sein Hals knochentrocken und der Durst schmerzte höllisch in der Kehle.
"Wie machen wir was?" Der piepsige Zwilling klopfte seine Pfeife am Kaminsturz aus und schaute ihn fragend an.
"Wieso löst sich bei euch der Schleim einfach auf? Was für ein Zauber ist das, den ihr da anwendet? Könnt ihr mir das beibringen? Ich glaube, das würde meine Aufgabe schon unheimlich erleichtern." Milo schaute von einem zum anderen. "Aber bitte, bevor ihr mir antwortet, könnte ich bitte erst etwas zu trinken bekommen?"
"Oh ja, oh ja. Ein dankenswerter Mensch. Ein viel fragender Mensch. Ein sehr höflicher Mensch. Zweimal Bitte in einem Satz. Das gefällt dem wackeren Wacker." Der buntgekleidete Zwerg patschte erfreut in die Hände und streckte Milo gleich darauf die Rechte entgegen. Der nahm sie und wollte sich dankbar daran hochziehen, als sie ihm auch schon wieder weggerissen wurde und er zurück auf seinen Allerwertesten fiel. Was ihn wieder unvermutet aufschreien ließ, als sein Steißbein die unerfreuliche Bekanntschaft mit dem Stein machte. Ächzend rollte er sich auf die Knie und rieb sich das verlängerte Rückrat.
"Was soll das denn schon wieder?" grummelte er unwirsch. "Ich habe lediglich um etwas zu trinken gebeten."
"Das sollst du ja auch haben." Piepsstimme kicherte.
"Aber was glaubst du, wo du hier bist?" Brummzwerg.
Milos Kopf wanderte hin und her. "Äh, ich verstehe nicht ganz."
Brummzwerg rollte mit den Augen. " Doch ein blöder Blödian. Versteht das Offensichtliche nicht."
Der piepsige Zwilling löste sich endlich vom Kamin und trat auf Milo zu.
"Du bist hier in einem Zwergengasthaus, Nichtwisser. Hier wird vor dem Verzehr bezahlt und nicht hinterher.
Weil..." er hob belehrend einen krummen Zeigefinger " weil, wenn sich hinterher herausstellt, daß der Gast kein Geld hat, wir zwar alles wieder aus ihm herausschütteln, aber nicht mehr verkaufen können. Und Zwerge machen keine Minusgeschäfte. Also, wird vorher bezahlt. Nun sag mir, was du trinken willst, Bier, Most, Wein, Zwergenmet? Wir haben auch zu essen... Hirsebrei, Bohneneintopf, Klöße mit Kohlwickeln..." Piepsstimme nahm bei der Aufzählung seine Finger zu Hilfe, während Milo bereits hektisch seine Taschen nach einem Geldstück abklopfte.
"Vergiß es! Das Geld habe ich." Der Satz, den Milo machte, als er die Stimme hörte, hätte einem Athleten zur Ehre gereicht. Zu seinem Leidwesen war da nur die niedrige Decke im Weg und sein Kopf knallte mit solcher Wucht gegen einen Querbalken, daß es in seinem Genick knirschte. Aufschreiend fiel er wieder auf die Knie, was ihm ein neuerliches Stöhnen entlockte, da er einmal mehr auf unschöne Weise an den Steinboden erinnert wurde.
"Oh! Du brauchst doch nicht vor mir zu knien." Der Spöttische Tonfall war unverkennbar, auch wenn Milo im Moment nur die verdreckten Stiefel seiner Besitzerin sehen konnte. Er war sich nicht ganz im klaren woher die plötzliche Übelkeit kam, die ihn überfiel. Er entschied sich lieber für die Erleichterung Lysi wieder zu haben, als daran zu glauben, daß er sich bei dem Rums an die Decke eine Gehirnerschütterung zugezogen haben könnte.
Trotzdem brachte er " Lysi. Wohin bist du bloß verschwunden?" nur noch mühsam heraus. Dann umfing ihn wieder nachtschwarze Dunkelheit.

Du kannst Deinen Verstand täuschen, aber niemals Dein Herz.

asta AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 13.04.2010, 19:31 Uhr
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nur keine Sorge, Iris! Mein Teil kommt noch! Übrigens echt gelungene Zwerge *grinst breit*
Wir werden immer besser! *Daumen hoch*

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

Iris53 AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 13.04.2010, 19:38 Uhr
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(Wir werden immer besser)
Der Meinung bin ich auch. *tanzt*
Aber bitte zaubere jetzt nicht aus irgendeiner Ecke auch noch einenTroll. *grinst breit*
Mir haben die Zwerge schon erhebliche Kopfschmerzen bereitet. *zwinkert* :

Du kannst Deinen Verstand täuschen, aber niemals Dein Herz.

asta AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 13.04.2010, 19:41 Uhr
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Nee, keine Sorge, auf Trolle stehe ich nicht! *grinst breit*

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

asta AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 14.04.2010, 13:57 Uhr
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07.09.2009
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Kapitel 6

Milos erster Gedanke war: Jetzt reicht es! Lysi weigerte sich doch tatsächlich das Seil anzunehmen. Er sog scharf die Luft ein und wandte sich nur ganz kurz ab, um ihr seine Wut nicht allzu offensichtlich kundzutun.
Ihre letzten Widerworte waren kaum verklungen, da hatte er sich auch schon wieder umgedreht. Vielleicht hatte sie ja Recht. Die Sicht war hier mehr als klar, was konnte schon groß passieren, wenn sie nur zusammen blieben?
Er traute seinen Augen nicht, genau dort, wo sie eben noch gestanden hatte, war nur gerade eben noch ihre matschige Spur zu erkennen. Mehr nicht. Wo war sie? Angestrengt suchte er die Umgebung ab, ohne sich vom Fleck zu rühren. Das war doch nicht möglich, fluchte er still.
Laut rief er: „Lysi, komm sofort wieder zurück. Es reicht mir allmählich mit deinen dämlichen Späßen!“
Doch nur Stille antwortete ihm. Hier war es einfach zu still. Nicht einmal Vögel waren zu hören. Die glibberüberzogenen Bäume konnten nicht rauschten, da sich kein Wind regte.
Angst kroch ihm langsam über den schweißnassen Rücken hoch und setzte sich wie ein Klammeraffe in seinem Nacken fest. Verdammt noch mal, das war Ernst. Wild entschlossen kniete Milo sich neben die nun fast verschwundene Spur Lysis und wühlte im süßlich duftenden Matsch.
Aber schon eine Handbreit tiefer erreichte er festen Grund. Wütend schlug er auf den Matsch ein und brüllte immer wieder: „Lysi! ... Wo bist du? Komm raus!... Lysi, jetzt reicht es!“
Nichts außer Blubbern und Schmatzen, verursacht durch seine Schläge, antwortete ihm. Nach einer Weile ließ er sich auf seinen Hintern fallen und stöhnte resigniert. Wenn er so darüber nachdachte, gab es zumindest zwei Möglichkeiten, was mit ihr geschehen sein könnte. Entweder, sie hatte die Schnauze voll von ihm und hat sich selbst wieder aus dieser Wolke entfernt oder der Schleim hat sie sich genommen. Doch eines stand fest, ohne Lysi kam er hier nicht raus. Also konnte er nur versuchen seine Aufgabe zu erfüllen und hoffen, dabei doch noch auf Lysi zu treffen.
Langsam stand er auf und blickte an sich herab. Der graue Vanille-Schleim hatte sich wie eine zweite Haut über ihn gelegt und ihn so nahezu unsichtbar in die Landschaft gefügt. Lysi würde ähnlich aussehen, wie er. Wenn sie sich nur spaßeshalber versteckt hielt, wäre sie nicht leicht zu erkennen.
Schweren Herzens blickte er sich um und suchte sich ein Ziel. Jedes schien so gut wie ein Anderes, also ging er einfach geradeaus. Jeder Schritt gab ein hohnvolles Schmatzen von sich und der betörende Vanilleduft löste allmählich einen allergischen Widerwillen bei ihm aus. Nie wieder würde er Götterspeise mit Vanillesoße essen können ohne zu würgen, dachte er mit einem Anflug von Galgenhumor.
Milo setzte einen Fuß vor den anderen und beobachte dabei die graue Landschaft, die wenig zu bieten hatte. Unheimlicherweise wurde es langsam dunkler um ihn herum; sollte es hier auch so etwas wie einen Tag Nacht Rhythmus geben? Wo könnte er sich ausruhen, wenn seine Beine von den klebrigen Schritten müde wurden? Was könnte er essen, wenn der Hunger käme? Noch schlimmer, was konnte er trinken? Denn Durst hatte er jetzt schon. Sein Gaumen war so klebrig wie sein Umfeld.
Erschöpft schloss er die Augen. Hoffnungslosigkeit eroberte sein Gemüt. Er schien sich in einer wahrhaft Aussichtslosen Lage zu befinden und er hatte keinen Plan. Hier war kein Feind zu finden, denn alles war feindlich um ihn herum, aber auf eine sehr subtile Weise. Vermutlich würde ihn dies Gräulichkeit einfach verschlingen, wenn er erschöpft zusammenbrechen würde. Sie würde sich einfach über ihn decken und das war es dann. Er der Wandler, konnte hier nichts ausrichten. Er war verloren.
Milo hatte nicht gespürt wie lange er seine Augen geschlossen hatte, als er ein Geräusch vernahm. Ein Klirren und verhaltenes Scheppern, begleitet von einer gedämpften Stimme, die leise vor sich hinfluchte.
Er glaubte zu träumen, als er seine Augen aufriss. Direkt vor ihm stand ein graues Wirtshaus. Über und über – wie alles hier – mit Glibber überzogen hob es sich kaum von der übrigen Landschaft ab.
Von drinnen erklangen die Stimmen, die miteinander stritten. Milo konnte einzelne Satzfragmente verstehen. „Gib her, du Trottel!“ „Lass das, du nichtsnutziger Zwerg!“ „Nimm die Finger aus dem Brei!“
Der Streit schien sich zuzuspitzen, klang aber nicht lebensbedrohlich. Bei dem Wort Brei knurrte allerdings Milos Magen jämmerlich. Schnell klopfte er an die schleimige Wirtshaustür.
Sofort war es drinnen totenstill. Milo glaubte schon sich getäuscht zu haben, als ein schmatzendes Geräusch erklang und sich die Tür schnalzend öffnete. Direkt vor ihm stand niemand, also blickte er in eine heimelige Wirtshausstube die sanft erleuchtet im Kerzenschein lag.
Sein Blick wanderte nach unten, denn von da ertönte ein eingeschnapptes Räuspern. Ein Zwerg, der ihm gerade bis zum Gürtel reichte, blickte ihn hochnäsig an. Aber Milo war so fasziniert von den prächtigen sauberen Farben, die das alte Gewand des Zwerges zierten, dass er nicht antworten konnte.
„Hä, was willst du?“, schnarrte der Zwerg, der zwar rund, aber ansonsten eher wie ein zu klein geratener Mann wirkte.
„Hunger, ... Hilfe, ... Antworten...“, murmelte Milo und sackte vor Erleichterung und Erschöpfung auf der Türschwelle des Wirtshauses zusammen. So wie es aussah, befand er sich hier in einer äußerst seltenen schleimfreien Zone.
Kurz bevor er sein Bewusstsein gänzlich verlor, entdeckte er denselben Zwerg noch einmal, allerdings stand dieser am Ofenfeuer und paffte eine knorrige Pfeife. Zwillinge dachte er und ergab sich widerstandslos der Leere seiner Ohnmacht.

" So´n blöder Blödian. Muss ausgerechnet hier zusammenklappen. Und nu muss sich der arme Wacker damit rumplagen." Milo hörte das brummige Gebrabbel wie aus weiter Ferne, während sein Körper ruckartig über den Boden gezerrt wurde. " Wrum tu ich das überhaupt?"
"Damit du die Tür zu machen kannst?" Die piepsige Stimme meldete sich aus der anderen Ecke des Raumes.
"Habich vier Hände, du dummer Dummerjahn? Mach du doch die Tür zu, wennste mir schon nicht hilfst."
"Ich hab doch die Tür nicht aufgemacht, das warst du. Also mach sie gefälligst auch wieder zu."
"Du hundiger Hundsfott! Muss ich denn alles alleine machen." Milo spürte einen letzten Ruck und dann knallte sein Kopf unsanft auf den Boden, was ihn wieder vollends zu sich brachte und ihm ein lautes Stöhnen entlockte.
"Aua, geht das nicht etwas vorsichtiger?"
" Oha, auch noch anspruchsvolle Ansprüche stellen. Der nette Wacker hätt dich auch nur nach draußen rollen können. Hätt den lieben Wacker nicht so viel Mühe gemacht. Aber nein! Wacker hat viel Mitleid und schindet sich, um den menschigen Menschen, der noch nich mal ein Zwerg ist, hier herein zu bekommen und dann kriegt er auch noch Vorwürfe. Wenn du so dankenslosen Undank sprichst, kannst du gleich wieder gehen, du Mensch, du." Der kleine Mann stemmte die Arme in die Hüften und starrte ihn empört an.
"Ähm... Milo räusperte sich und rieb sich dabei die schmerzende Beule, die ihm der harte Steinboden eingebracht hatte. "So war das nicht gemeint. Ich bin dir wirklich überaus dankbar, dass du dir solche Mühe gegeben hast. Damit hast du wohl mein Leben gerettet und ich stehe in deiner Schuld." Mit einem Blick auf die noch immer offen stehenden Tür, von deren Balken sich zähe Schleimtropfen lösten und mit einem satten Platschen auf der Schwelle landeten, fuhr er fort: "Aber vielleicht sollte man jetzt wirklich besser den Eingang schließen, sonst war deine dankenswerte Tat am Ende ganz umsonst."
"Ah ja. Das hört sich doch schon ganz anders an. Der lebensrettende Wacker hat eine dankenswerte Tat getan."
Ohne Eile, zufrieden mit dem Kopf nickend, begab sich der seltsame Zwerg zur Tür. Ein Fußtritt beförderte sie krachend ins Schloss, wobei der graue Glibber in sämtliche Ecken spritzte. Argwöhnisch beobachtete Milo die trägen Tropfen und riss verwundert die Augen auf, als jeder einzelne mit einem leisen "pfhht" verpuffte.
"Wie macht ihr das?" krächzte er, denn mittlerweile war sein Hals knochentrocken und der Durst schmerzte höllisch in der Kehle.
"Wie machen wir was?" Der piepsige Zwilling klopfte seine Pfeife am Kaminsturz aus und schaute ihn fragend an.
"Wieso löst sich bei euch der Schleim einfach auf? Was für ein Zauber ist das, den ihr da anwendet? Könnt ihr mir das beibringen? Ich glaube, das würde meine Aufgabe schon unheimlich erleichtern." Milo schaute von einem zum anderen. "Aber bitte, bevor ihr mir antwortet, könnte ich bitte erst etwas zu trinken bekommen?"
"Oh ja, oh ja. Ein dankenswerter Mensch. Ein viel fragender Mensch. Ein sehr höflicher Mensch. Zweimal Bitte in einem Satz. Das gefällt dem wackeren Wacker." Der bunt gekleidete Zwerg patschte erfreut in die Hände und streckte Milo gleich darauf die Rechte entgegen. Der nahm sie und wollte sich dankbar daran hochziehen, als sie ihm auch schon wieder weggerissen wurde und er zurück auf seinen Allerwertesten fiel. Was ihn wieder unvermutet aufschreien ließ, als sein Steißbein die unerfreuliche Bekanntschaft mit dem Stein machte. Ächzend rollte er sich auf die Knie und rieb sich das verlängerte Rückrat.
"Was soll das denn schon wieder?" grummelte er unwirsch. "Ich habe lediglich um etwas zu trinken gebeten."
"Das sollst du ja auch haben." Piepsstimme kicherte.
"Aber was glaubst du, wo du hier bist?" Brummzwerg.
Milos Kopf wanderte hin und her. "Äh, ich verstehe nicht ganz."
Brummzwerg rollte mit den Augen. " Doch ein blöder Blödian. Versteht das Offensichtliche nicht."
Der piepsige Zwilling löste sich endlich vom Kamin und trat auf Milo zu.
"Du bist hier in einem Zwergengasthaus, Nichtwisser. Hier wird vor dem Verzehr bezahlt und nicht hinterher.
Weil..." er hob belehrend einen krummen Zeigefinger " weil, wenn sich hinterher herausstellt, dass der Gast kein Geld hat, wir zwar alles wieder aus ihm herausschütteln, aber nicht mehr verkaufen können. Und Zwerge machen keine Minusgeschäfte. Also, wird vorher bezahlt. Nun sag mir, was du trinken willst, Bier, Most, Wein, Zwergenmet? Wir haben auch zu essen... Hirsebrei, Bohneneintopf, Klöße mit Kohlwickeln..." Piepsstimme nahm bei der Aufzählung seine Finger zu Hilfe, während Milo bereits hektisch seine Taschen nach einem Geldstück abklopfte.
"Vergiss es! Das Geld habe ich." Der Satz, den Milo machte, als er die Stimme hörte, hätte einem Athleten zur Ehre gereicht. Zu seinem Leidwesen war da nur die niedrige Decke im Weg und sein Kopf knallte mit solcher Wucht gegen einen Querbalken, dass es in seinem Genick knirschte. Aufschreiend fiel er wieder auf die Knie, was ihm ein neuerliches Stöhnen entlockte, da er einmal mehr auf unschöne Weise an den Steinboden erinnert wurde.
"Oh! Du brauchst doch nicht vor mir zu knien." Der Spöttische Tonfall war unverkennbar, auch wenn Milo im Moment nur die verdreckten Stiefel seiner Besitzerin sehen konnte. Er war sich nicht ganz im Klaren woher die plötzliche Übelkeit kam, die ihn überfiel. Er entschied sich lieber für die Erleichterung Lysi wieder zu haben, als daran zu glauben, dass er sich bei dem Rums an die Decke eine Gehirnerschütterung zugezogen haben könnte.
Trotzdem brachte er " Lysi. Wohin bist du bloß verschwunden?" nur noch mühsam heraus. Dann umfing ihn wieder nachtschwarze Dunkelheit.

Als etwas Feuchtkaltes über sein Gesicht wischte, wachte er wieder auf. Sein noch benommener Blick blieb an der spitzen Nase des unbunten Zwerges hängen, dessen Gesicht zu einem grimassenartigen Grinsen verzogen war.
„Ha, da ist er ja, das dumme Dummerchen. Bleib lieber am Boden, dann kannste nicht fallen. Der wack’re Wacker holt g’rade was zum Schlappern. Was ist nur mit euch menschlichen Menschen, dass ihr immer gleich umfallt? Tztz“, schüttelte der unbunte Zwerg sein verwuscheltes Haupt und glotzte Milo dabei unverfroren an.
„Wo ... ist ... Lysi?“, keuchte Milo und versuchte an ihm vorbei zu spähen.
„Lüsi? Lüsi! Das hast du auch g’brabbelt als du den Boden g’knutscht hast. Merkwürdig? Hier gibt’s nur den wack’ren Wacker und den pieps’gen Piepser, meine allerwerte Wichtigkeit!“ Seine runden braunen Augen rollten einmal viel sagend herum, um Milo gleich darauf wieder neugierig zu fixieren.
Milo schnappte sich den kleinen, aber kräftigen Arm und krächzte so eindringlich wie er konnte. „Aber die Frau, die junge Frau... Sie heißt LYSI. Sie war gerade noch hier. Ich suche sie. Habe sie vorhin in diesem gräulichen Schleim verloren. Sie stand hier mitten in eurem Wirtshaus und wollte mir Geld geben...“
Piepser kratzte sich mit dem Mundstück seiner Pfeife nachdenklich an seinen Hinterkopf. „Menschlein, Männlein... Du hast g’seh’n, was nicht hier sein kann“, seine Stimme quietschte, dann zog er die Nase kraus.
„Ich weiß, was ich gesehen habe. Wo ist sie?“, erwiderte Milo ungeduldig.. „Lysi“, rief er lauter. „Hör auf mit diesem verdammten Spiel. DAS IST NICHT WITZIG!“ Seine letzten Worte durchdrangen den niedrigen Raum wie ein Schrei. Das war unmöglich. Er hatte sie gesehen oder wurde er verrückt.
Der kleine Mann vor ihm schabte sich mit zwei Fingern über sein unrasiertes Kinn. Dann schüttelte er den Kopf und schrie ebenfalls. „Waaacker, komm so schnell du kannst. Der hier... dreht durch. Bring’s Wasser mit, aber huschig!“
Milo drückte sich vor Schreck noch näher an den Boden heran. Dieser kleine Piepser hatte eine erstaunlich laute Stimme, wenn er einen so direkt anbrüllte. Kaum hatte er aufgehört zu brüllen, richtete sich Milo auf und sah sich um. Nicht eine Spur war von Lysi zu entdecken, sollte er tatsächlich Halluzinationen gehabt haben.
Er zuckte schreckhaft zusammen, als ihn Piepser aufmunternd die Wange tätschelte. „Ruhig, ganz ruhig. Der wack’re Wacker kennt den glibbrig’n Wahnsinn guuuut. Mach dir keine Furcht nicht, nein! Aaalles wird guuut.“
Milo stöhnte. Er war im Irrenhaus oder er selbst war verrückt geworden.
Wacker tauchte jetzt neben Piepsers Kopf auf und zog eine Schnute. Es sah so ähnlich aus, als hätte er ein Stück saure Zitrone zwischen den Zähnen. „Ist’s schlimm mit dem menschigen Wesen? Hat er schon die Gagazeichen?“
Milo holte tief Luft und wiederholte stumm sein Mantra: Alles wird gut, ALLES wird gut. Nur nicht durchdrehen. Es gibt eine Erklärung, ganz sicher.
„Was geht hier vor?“, stieß er hervor, ohne seine Lippen dabei großartig zu bewegen.
„Ha“, staunte Wacker. „Das klingt guuut. Eine seeehr gute Frage.“ Wacker klappte rasch seinen Mund zu und tröpfelte dann Milo aus einer Feldflasche Wasser direkt zwischen die fast geschlossenen Lippen. Beinahe hätte Milo sich daran verschluckt.
„Trink, du dummes Dummerchen. Der Grauschleim kann das Denken schon verwirren. Dinge tauchen auf, dingige Dinge die menschige Menschen gern sehen würden. Du musst trinken, das hilft. Wir werden dein lüsig’s Lüschen schon finden. Piepser und Wacker werden dir helfen.“
Piepser half ihn hoch und gemeinsam mit Wacker setzten sie ihn auf einen ihrer kleinen Stühle vor einen alten Tisch. Vor Milo stand eine dampfende Suppe, die nicht ganz so stark nach Vanille roch wie der Schleim vor der Tür.
Die beiden kleinen Männer setzten sich zu ihm an den Tisch und beugten neugierig die runden Köpfe vor. „Iss“, befahl Wacker und wies mit seinem Finger auf den Brei. „Tut gut und trink!“
Stumm löffelte Milo sich den Brei herein. Er war nahrhaft, aber das war es auch schon. Unter anderen Umständen hätte er das Zeug im hohen Bogen ausgespuckt, doch der Hunger zwang ihn rein.
Kaum fühlte er sich kräftiger, blickte er von einem zum anderen. „Wo kann meine Freundin denn sein?“
„Im Bauch, du dummes Dummerchen. Aber wir haben noch Zeit, so schnell verdaut der schleimige Schleim nicht. Hat schließlich gerade ein ganzes Dorf verputzt. DAS war ein sturmiges Festessen. Der piepsige Piepser und meine Wichtigkeit haben Fenster und Türen fest verschlossen halten müssen. Das gab ein Heulen und ein Schmatzen. Herrjemine. Gut das unsere Gaststube so stabil gebaut ist.“
Milo ließ den Löffel sinken. „Moment, warum werdet ihr nicht verdaut?“
Piepser zog die Nase kraus. „Ungenießbar, wie du, sonst wär’st du jetzt unten bei deiner LÜSI.“
„Du meinst diese Schleimwolke mag euch nicht? Und mich auch nicht?“
„Genaustens genau. Wir machen Bauchweh. Bei dir ist’s was ander’s....“
Milo horchte auf und blickte den kleinen Wacker an. „Wie meinst du das?“
„Scheint als wäre’st du unsichtbar für Schleimchen,“ Wacker zuckte mit seinen Schultern und führte ein Tänzchen mit seinen Augenbrauen auf.
„Wie?“, fragte Milo nach.
„Sind wir allwissend? Nein! Aber wir bring’n dich in das Bauchlabyrinth. Müss’n eh noch neune Vorräte besorg’n. Wir finden dein lüsiges Weibchen. Versprochen. Wacker und Piepser begleiten dich. Iß und trink, dann kletter’n wir in den Keller.“
Piepser klatschte in die Hände. „Oh, fein. In die glibber’ge Unterwelt hinein. Meine piepsige Wichtigkeit geht rasch packen. Taschenlampe, Messer, Seile ... Oh, nichts sag’n Wacker, Piepser weiß genauestens Bescheid!“ Im Vorübergehen schlug er Milo noch einmal kräftig auf die Schulter und dann war er auch schon verschwunden.
Milo drehte seinen Kopf in Wackers Richtung. „Ist es gefährlich da unten?“
Wacker stieß einen leisen Pfiff aus. „Oh ja. Aber keine Sorge wir sind ja bei dir. Es kämpf’n viele Wesen dort ums überleben, als wenn’s was nützen würde. Verrate bloß niemanden, dass wir unverdaulich sind. Sonst gibt’s ne Menge Ärger! Oh ja. So dumme Dummerchen wie du werden ganz schön verwundert sein. Wenn deine lüsig’e Lüsi sich zu verteidig’n weiß, kann sie wochenlang dort überleb’n.“
Milo schöpfte neue Hoffnung. „Sie heißt übrigens L Y S I! Wie sieht es denn dort unten aus?“
„L Ü S I ? LÜSI“, wiederholte der kleine Wacker und Milo gab es auf ihn zu verbessern. „Wie’s aussieht dort unten? Gänge, viele gänige Gänge und schleimiger Schleim und viele, viele wesige Wesen, die um ihr Leben kämpf’n. Ein gefährlicher Ort. Dort sind nicht nur menschige Menschen, sondern auch bestialische Bestien. Oh ja. Aber wir sind bei dir!“
Erschöpft stieß Milo den Atem aus. Ja, immerhin waren diese beiden liebenswürdigen Zwergmänner bei ihm und so wie es aussah, konnte der Schleim ihnen nichts anhaben. Alles in allem, war das doch eine ganz gute Voraussetzung. Er leerte die Feldflasche und seufzte.


Sorry Iris, ich habe Lysi noch etwas länger verschwinden lassen, wegen der Spannung. Ich hoffe, das geht in Ordnung? *grinst breit*

Kapitel 7

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

Iris53 AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 14.04.2010, 14:31 Uhr
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He, das geht schon in Ordnung. *grinst breit*
Aber ich hab grade festgestellt, daß ich noch wahnsinnig viel lernen muß.
Du hast die Zwerge soviel lebendiger dargestellt und ich dachte doch schon, daß ich das gar nicht so schlecht hingekriegt habe. *schaut traurig*

Du kannst Deinen Verstand täuschen, aber niemals Dein Herz.

asta AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 14.04.2010, 14:34 Uhr
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Danke für das Kompliment, aber ich finde, dass du deine Sache sehr gut machst! *Daumen hoch*
Es ist doch gut, dass man immer noch was Lernen kann. Für mich ist das so spontane Schreiben hier auch eine echte Herausforderung! *grinst breit*
Aber es macht richtig viel Spaß mit dir! *applaudiert* *applaudiert* *applaudiert*

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

Iris53 AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 15.04.2010, 15:30 Uhr
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Kapitel 7

"Können wir dann jetzt los?" Milo trat ungeduldig auf der Stelle und verfolgte mit den Augen das geschäftige Treiben seiner Gastgeber. Piepser hantierte lautstark in der Küche. Während er unablässig irgendwelche Lebensmittel in drei handliche Rucksäcke verteilte, pfiff er munter vor sich hin, was sich sonderbarerweise wie das Trillern einer Zinkmeise anhörte. Sein Zwilling rumorte unterdessen in einem Wandschrank herum. "Potzdonner! Wo seid ihr blödigen Blöddinger denn hin?" Krachend landete ein eiserner Wischeimer, in dem noch der Besen steckte, in der Mitte des Schankraumes. Ihm folgten, ebenso schwungvoll, noch diverse andere Putzutensilien. Etliche Jacken und Mützen flogen hinterher bis endlich ein erleichterte Aufschrei ertönte. "Aaah!. Da sind ja unsere liebsten Lieblinge." Wacker kam mit zwei monströsen, in dicke Decken eingehüllte Gegenständen in den Armen freudestrahlend wieder hervor. Beinah andächtig legte er sie nebeneinander auf den Tisch und entfernte behutsam die weiche Umhüllung. Milo entwich ein bewunderndes Stöhnen, als sein Blick auf die beiden glänzenden Doppelklingenäxte fiel. "Bei allen Mythen! Die sind ja herrlich!"
"Ja,ja,ja." Brummzwerg klatschte begeistert in die Hände. "Allerfeinstigste, könnerhaftigste zwergische Zwergenarbeit. Der Onkel eines Bruders der Cousine unserer Mutter Schwester hat sie gemacht, als mein Bruder und ich mannbare Männer wurden." Milo machte erst gar nicht den Versuch, die Verwandschaftsbeziehungen zwischen den Zwergen und dem Hersteller dieser wunderbaren Kriegsäxte zu ermitteln. Er hatte nur den unbezwingbaren Wunsch sie zu berühren. Schon streckte er die Hand aus, um die Konturen des riesenhaften, wütend aufgerichteten Bären nachzuzeichnen, dessen Bildnis über die gesamte Doppelklinge graviert war, als sie wie von einem Band gezogen über der zweiten Axt schwebte, auf der eine kleine Zinkmeise mit ihren messerscharfen Krallen die Augen eines Wolfes traktierte. "Ja,ja,ja." Wieder patschte Wacker mit den Händen.
"Das ist die reinigste Begehrlichkeit, nicht wahr?" Er schoß einen hinterhältigen Blick auf Milo ab, den dieser aber nicht wahrnahm. "Willst du mal eine nehmen?" Milo nickte begeistert und seine Finger umklammerten den Griff der Bärenklinge. Die flachen, über Kreuz gezogenen Lederstreifen schmiegten sich angenehm in seine Handfläche und versprachen sicheren Halt. "Nun mach schon. Worauf wartest du noch?" Der Zwerg knuffte ihn aufmunternd in die Hüfte und mit einem tiefen Atemzug hob Milo das Kriegswerkzeug in die Höhe. Zumindest war das seine Absicht. Verdattert schaute er von der Axt, die sich keinen Millimeter von der Stelle bewegt hatte, auf einen gröhlenden Wacker, der sich vor Übermut im Kreis drehte und dabei auf seine Schenkel einschlug.
"Hab dich. Hab dich. Is meine Liebste, meine Liebste. Läßt sich nur vom lieben Wacker tragen." Milo schaute unwillig auf den tanzenden Zwergenmann und konnte es nicht glauben. Noch einmal versuchte er sein Glück und nahm diesmal beide Hände. Doch die Axt lag wie festgeschmiedet auf ihrem Untergrund und ließ sich nicht bewegen. Er probierte es mit der Vogelklinge von Piepser, aber auch hier verpufften seine Anstrengungen ergebnislos. Helles Trällern schallte zu ihm herüber, als Piepser mit drei prallen Proviantsäcken in die Schankstube kam. "Mein Vögelchen fliegt auch nur zu mir." Spitze Lippen untermalten die Worte mit einem übermütigen Triller während er aus dem Haufen Durcheinander eine Jacke und eine graue Wolfsfellmütze hervorkramte. Seine Miene verzog sich zu einem breiten Lächeln, als er mühelos die Kriegsaxt vom Tisch nahm und sie in eine dafür vorgesehene Gürtelschlaufe steckte. Den dazugehörigen Gurt hatte er über die Jacke geschnallt und er vervollständigte seine Ausrüstung mit einem gezackten Kurzdolch, der in einer breiten Lederscheide verschwand. Milo nestelte verlegen an seinem Schwertgehenk und kam sich wie ein Schwächling vor. "Mach dir keine gedanklichen Gedanken, junger Freund. Niemand außer uns, nämlich mein wack´rer Wacker und meine piepsige Wenigkeit, ist in der Lage unsere Waffen zu heben."
"Genauestens. Genauestens." Der bunte Anblick des brummigen Zwerges wurde durch die dunkle Jacke etwas gedämpft, was allerdings die überaus farbenfrohe Strickmütze wieder zunichte machte. "Noch nich mal der trolligste Ekeltroll hat die Kraft dazu." Mit einem elegant anmutenden Schwung wurde die Bärenklinge am Gürtel verstaut. Statt des Dolches prangte auf Wackers Rücken ein Kurzschwert in der Scheide und Milo kamen die beiden Zwerge auf einmal gar nicht mehr so komisch vor, wie der erste Eindruck vermuten ließ.
"Na dann." Piepser schnappte sich einen Rucksack und drückte Milo einen zweiten vor die Brust, während sich Brummzwerg den letzten über die Schulter warf. " Woll´n wir dem glibbrigen Glibber mal ein großes bisschen Bauchweh verpassen."

Du kannst Deinen Verstand täuschen, aber niemals Dein Herz.

asta AW: Ein(-Satz) für die Fantasy 15.04.2010, 17:25 Uhr
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*Kuss* *applaudiert* Ausgezeichnet Iris!
Dann werde ich mir mal ein paar Gedanken zum glibbrigen Glibber und der entsprechenden Unterwelt machen. *pfeift*
Das kann aber noch etwas dauern... *rollt mit den Augen*

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

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