Phantastik-Couch-Forum
| Restitutus | AW: Die Science-Fiction-Falle | 25.03.2010, 22:41 Uhr |
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Aber wieso fährt dann diese "infantile" Literatur so ausnehmend hohe Verkaufszahlen ein, wie der zitierte Artikel sicher nicht ohne Grundlage behauptet?
Und in welcher Auflage? Nur so zum Vergleich.
Hast du, und ich würde sagen: Nein. Perry Rhodan wird immer noch verkauft wie eh und je, und beim zigsten Star Wars- oder Warhammer-Roman entgeht mir der Anspruch auch weitgehend. Hier pauschalisierst du also auch, nur in der umgekehrten Richtung.
Wobei sich doch von Anfang an die wirklich wenigsten SF-Autoren um Unmöglichkeiten im technischen Bereich gekümmert haben. Warum sollte das heute anders geworden sein?
Was aber nicht am technischen Anspruch liegen kann. Wenn ich mir anschaue, was da an jüngeren Erscheinungen in der Mainzer Stadtbibliothek steht, dann handelt es sich da zum größten Teil doch um galaktische Landserromane, und die hatten wir vor 60 Jahren auch schon. Das Problem scheint eher das Unvermögen der Verlage zu sein, einmal etwas anderes zu bringen - nach der Vampirschmonzette vielleicht die Glibberschleim-Schmonzette? Der große Liebesroman über Commander Worfs Eltern? Wer opfert sich freiwillig?
In weiten Teilen der Military SF kann ich allerdings auch nicht gerade eine bessere erkennen... "Bei schriftstellerischen Arbeiten erholt man sich nicht, das kann ich Dir aus zehnjähriger Erfahrung für gewiß versichern, und bei Lieblingsarbeiten verdient man wenig." - Friedrich von Schiller an Christian Gottfried Körner, 4.10.1792 |
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| Vito | AW: Die Science-Fiction-Falle | 26.03.2010, 12:52 Uhr |
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Vielleicht ist es in der technisierten Zeit heute schwieriger Ideen an den Mann/die Frau zu bringen . Die wirkliche SF findet zu zeit in den Bio und Techniklaboren statt (Z.B. Gentechnik und KI, )nicht im Weltraum . Ob man das gut finden muss ist eine andere Sache . Dem Leser mit einer , zuweilen , an den Haaren herbeigezogenen Pseudophysik zu kommen geht , meiner Meinung nach oft völlig daneben . |
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| Restitutus | AW: Die Science-Fiction-Falle | 26.03.2010, 17:10 Uhr |
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Würde ich nicht so sehen. Wie gesagt: Perry Rhodan, Han Solo und Jean-Luc Picard sind mit ihren ja doch eher infantilen Weltraumabenteuern so erfolgreich wie eh und je. Bio- und Techniklabors hin oder her, wer will schon einen Roman über einen nanotechnisch hochgerüsteten Carboroboter lesen? Bei den meisten Leuten ist die nicht ganz zutreffende Gleichung SF = Weltraum doch immer noch vorrangig. Was ja auch der derzeit wieder ziemlich hohe Marktanteil galaxisweiter Prügeleien beweist. "Bei schriftstellerischen Arbeiten erholt man sich nicht, das kann ich Dir aus zehnjähriger Erfahrung für gewiß versichern, und bei Lieblingsarbeiten verdient man wenig." - Friedrich von Schiller an Christian Gottfried Körner, 4.10.1792 |
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| AcrylDame | AW: Die Science-Fiction-Falle | 18.04.2010, 10:52 Uhr |
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Ganz ehrlich: Ich liebe Science Fiction. Aber wenn ich ANSPRUCH will, dann hole ich mir mein 1400 Seiten starken Organische Chemie Buch aus dem Regal und lese darin. Nicht nur ist es interessanter, als über, hm, SF-"Physik" zu lesen, es ist auch anspruchsvoller. Genaugenommen ist Science Fiction eines: Nämlich Belletristik, Unterhaltungsliteratur. So funktioniert sie, so wird sie gelesen. Das ist auch nichts Schlechtes. Wenn ein Roman viel gekauft wird, dann sagt das nur eines über ihn aus: er unterhält, das angestrebte Ziel wurde erreicht. Viele Menschen sind glücklich. Was will man als Autor mehr? Natürlich ist so ein intellektueller Aspekt auch hübsch, das i-Tüpfelchen auf dem Ganzen, ob das nun klassische SF-Elemente sind (Antriebstechnologie, was auch immer) oder gesellschaftlich/psychologische (lese ich unheimlich gerne). Deswegen, und mein SF-Erstling kommt bald heraus, waren meine Prioritäten zuerst die Unterhaltung, und dann erst die intellektuelle Komponente. Die Science Fiction sollte sich meiner Meinung nach nicht zu wichtig nehmen, als sie ist. Unterhaltungsliteratur zu sein ist keine Schande. Vielleicht hat die deutschsprachige Science Fiction auch deshalb ein Problem: wir haben uns für zu wichtig, für zu besonders genommen. Dabei steht unser eigentlicher Platz in der Gesellschaft in keiner Relation zu dem tatsächlichen. |
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